SPD wirbt um Frauen und junge Berliner

Die Parteien in Berlin wollen neue Wege gehen, um den Mitgliederschwund zu bremsen und Nachwuchs zu gewinnen. Im vergangenen Jahr hatte die SPD mit einem Verlust von etwa 1100 Mitgliedern die größten Einbußen zu verkraften. Die Arbeitsgruppe Parteireform verständigte sich deshalb auf ein Konzept, mit dem vor allem junge Berliner und Frauen an die Partei gebunden werden sollen.

Dabei wollen die Sozialdemokraten vornehmlich im Ostteil der Stadt um Neumitglieder werben. "Hier hat die SPD, gemessen am Wahlergebnis, noch zu wenig Mitglieder", heißt es in einem Beschluss des Landesvorstandes. Es gehe darum, gezielt neue Zielgruppen für die SPD zu öffnen. "Die Milieus, aus denen der Nachwuchs traditionell kam, gibt es nicht mehr", sagt Landesgeschäftsführer Ralf Wieland.

Auch die PDS ist besorgt über den andauernden Mitgliederschwund. Die Partei plane, sich für punktuelle Mitgliedschaften zu öffnen, bei denen Interessierte nur bei speziellen Themengebieten mitarbeiten können und vom übrigen Parteigeschehen unbehelligt bleiben, so Sprecher Axel Hildebrandt. Wie die SPD will die PDS verstärkt während des Europa-Wahlkampfes um Mitglieder werben.

Die Grünen verzeichneten schon 2002 einen Mitgliederzuwachs, den sie im vergangenen Jahr halten konnten. Dennoch denkt der Landesverband über "Schnuppermitgliedschaften" nach, um Unentschlossenen den Zugang zur Partei zu erleichtern. Gezielt auf die Werbung weiblicher Mitglieder wollen sich die Freien Demokraten konzentrieren. Außerdem hat die FDP bereits Schnuppermitgliedschaften für Arbeitslose und Arbeitssuchende ermöglicht.

Die Christdemokraten planen nach dem aus ihrer Sicht erfolgreichen Abschluss der ersten derartigen Kampagne einen zweiten Schwerpunkt "Themenoffensive" in diesem Jahr. Nachdem sich die Partei 2003 zum Thema "Sicherung der Sozialsysteme" für Fachleute und Interessierte öffnete, soll es in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen zur Bildung auf allen Ebenen der Partei geben. "Das Werben um neue Mitglieder ist ein langfristiger Prozess", sagte Berlins CDU-Generalsekretär Gerhard Lawrentz.