Wenn der Schlussredakteur nervt ...

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Foto: M. Lengemann

Es ist gerade einmal drei Jahre her, dass sein erstes Buch auf den Markt kam: Ende 2004 erschien "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod", und Bastian Sick hoffte wie sein Verlag, etwa 15 000 Stück davon zu verkaufen.

Es ist gerade einmal drei Jahre her, dass sein erstes Buch auf den Markt kam: Ende 2004 erschien "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod", und Bastian Sick hoffte wie sein Verlag, etwa 15 000 Stück davon zu verkaufen. Die Erwartungen wurden erfüllt, allerdings etwas schneller als gedacht: "Die 15 000 Bücher", sagt Sick, "waren gleich am ersten Tag weg." Und das war nur der Anfang.

Aus dem Schlussredakteur, der bei "Spiegel Online" die Redakteure mit seinen Korrekturvorschlägen so lange nervte/erfreute, bis er dort eine eigene Kolumne über den Verfall der deutschen Sprache bekam, ist heute ein Sachbuchautor mit Millionenauflagen und eine Instanz für Stil- und Grammatikfragen geworden. Monatlich bekommt er mehr als 1000 Streitfragen und Hinweise auf zum Teile schwere Verstöße ("Happy auer" statt "Happy Hour") zugeschickt. Derzeit wird Sick zur Marke knapp unterhalb des Dudens aufgebaut - es gibt nicht nur Bücher, sondern auch ein Sick-Spiel. DVD und TV-Show sind genauso in Vorbereitung wie eine Tour durch Deutschland und Südamerika, wo "immerhin drei Millionen deutschsprachige Menschen leben", so Sick.

Immer noch ist er bei "Spiegel Online" unter Vertrag, hat inzwischen aber nicht nur eine eigene Sekretärin, sondern auch die Freiheit zu machen, was er will. Der Arbeitgeber wird an den finanziellen Erfolgen seiner Bücher beteiligt, was Sick nur legitim findet: "Schließlich schreibe ich die meisten meiner Geschichten ja auch während der Arbeitszeit."

Der Mann, der aus dem schleswig-holsteinischen Ratekau stammt, lebt seit mehr als 20 Jahren in Hamburg, im alsternahen Stadtteil Uhlenhorst. Der passt auch deshalb zu ihm, weil man dort nicht sagt, man wohne in, sondern "auf der Uhlenhorst". Eine dieser sprachlichen Besonderheiten, für die und von denen Sick ("gesprochen wird das übrigens Sieg", sagt er, auch das passt) lebt. Ansonsten interessiert er sich vor allem für zwei Musiker: die kleine Mireille Mathieu, die er vor Kurzem in der TV-Sendung "Beckmann" getroffen hat, und den großen Udo Jürgens. Aus dessen Liedern durfte der Autor gar seine Lieblinge auswählen, die dann auf einer eigenen CD erschienen. Und getroffen hat er sein Idol auch noch: "Mehr", sagt er, "geht nicht, oder?"