Messe für "faire Mode"

Heute startet in der Hauptstadt die Messe "Fair Fashion Affair" - ein weiterer Beweis dafür, dass Umweltbewusstsein auch in der Modewelt angekommen ist.

Heute startet in der Hauptstadt die Messe "Fair Fashion Affair" - ein weiterer Beweis dafür, dass Umweltbewusstsein auch in der Modewelt angekommen ist. Die Veranstaltung, die bis Sonntag läuft, soll über "ethische Mode" informieren und sowohl Modemacher als auch Konsumenten durch ein Angebot von unterschiedlichen Marken und mittels verschiedener Projekte inspirieren.

Nach Ansicht der Veranstalter, der Kreativagentur Grass Routes, fallen unter "fair fashion" solche Marken, die sich von Kinderarbeit distanzieren, Rücksicht auf Natur und Menschen nehmen, biologische Materialien verwenden und sich den Grundsätzen des fairen Handels verpflichtet sehen.

Das Messe-Programm startet heute Abend mit einer Ausstellung im ZMF (ZurMoebelFabrik) in Mitte. Gezeigt werden Fotos, Berichte und Kurzfilme über ökologische und fair gehandelte Mode. Es folgt eine Performance, in die neun verschiedene Labels eingebunden sind, die Hälfte davon aus der Hauptstadt.

Eines davon heißt "Slowmo", es wurde erst im Januar 2006 gegründet. "Wir arbeiten ausschließlich mit Bio-Baumwolle, die Stoffe stammen aus der Türkei und Griechenland", sagt der 24-jährige Melchior Moss. Genäht werden die Kleidungsstücke nicht nur im eigenen Land, sondern sogar in der eigenen Stadt, nämlich in einer Schöneberger Firma. "Ich hoffe, dass es sich momentan nicht nur um einen Boom handelt, sondern dass sich das Bewusstsein der Kunden tatsächlich verändert. Schließlich haben wir unsere Kleidung den ganzen Tag am Körper, und dass diese einwandfrei ist, ist nicht nur für Allergiker wichtig."

Weniger optimistisch sieht Elisabeth Prantner von "Lisa D." die aktuelle Situation: "Ich glaube, anders als in anderen Ländern, gibt es hier viele Menschen, die nur auf den Preis oder die Marke achten." Es sei nicht ausreichend, nur zu reden und dann doch wieder bei Konzernen wie H&M einkaufen zu gehen. Trotzdem begrüßt sie diese etwas andere Messe: "Wir zeigen auch ein Kleid, das mit einem Motiv zum Thema Kinderarbeit bestickt ist. Wir wählen so eine etwas hinterhältige Art, um durch Mode auf reale Probleme aufmerksam zu machen."

Fair Fashion Affair, 18.-21. Oktober, ZMF (ZurMoebelFabrik), Brunnenstraße 10. Do., 20 Uhr Vernissage (freier Eintritt) 21.30 Uhr Art Performances, 23 Uhr Konzert, 24 Uhr DJ.

Fr., 14 Uhr, Diskussionsveranstaltung "Mode macht Menschen", Esmod, Görlitzer Straße 51, dazu Showroom mit Kleidung. Eintritt frei (Anmeldung: affair@fairfashion.info)

Fr., 13-18 Uhr, Sbd., 15-18 Uhr, Sbd., 13-18 Uhr (5 Euro/Stunde): "Recycle Fashion"-Workshop, Stich 'n Bitch Nähcafe,

Wrangelstraße 80