Lehrermangel: Eltern schalten Horst Köhler ein

Ein Berliner Vater hat sich jetzt in einem Brief an Bundespräsident Horst Köhler gewand, um auf die schlechte Personalausstattung am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Spandau aufmerksam zu machen.

Ein Berliner Vater hat sich jetzt in einem Brief an Bundespräsident Horst Köhler gewand, um auf die schlechte Personalausstattung am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Spandau aufmerksam zu machen. Tarek El-Naschef fordert Horst Köhler auf, Druck auf die Regierenden in Berlin auszuüben, damit "unsere Kinder auch an einer öffentlichen Schule ihr Recht auf Bildung erhalten."

Am einzigen Schnellläufergymnasium im Bezirk fehlten 3,5 Lehrerstellen, so der Vater. Dies sei bereits vor den Sommerferien bekannt gewesen, da Lehrkräfte in den Ruhestand verabschiedet wurden. Inzwischen seien bereits sechs Schulwochen vergangen und das Gymnasium habe noch immer keine neuen Lehrer. Damit verstoße das Land Berlin gegen seine Beschulungspflicht, so Tarek El-Naschef.

"Wir sind mit drei offenen Stellen in das Schuljahr gestartet. Unterricht musste ausfallen", bestätigte Schulleiter Norbert Verch. Vor eineinhalb Wochen habe er eine unbefristete Stelle bewilligt bekommen. Das Auswahlverfahren sei abgeschlossen. "Heute werden Bewerbungsgespräche für zwei weitere Stellen stattfinden, die bis zum 31. Januar 2008 befristet sind", so Verch. Kenneth Frisse, Sprecher der Bildungsverwaltung, verwies ebenfalls auf drei laufende Einstellungsverfahren.

Bewegung gibt es auch an der Grunewald-Grundschule in Wilmersdorf. Dort hatten Schüler und Eltern bereits zwei Mal wegen fehlender Lehrer demonstriert. "25 Prozent Unterrichtsausfall nehmen wir nicht hin", sagte Thomas Göbel, Vorsitzender der Gesamtelternvertretung. Auch Deutschförderung könne nicht stattfinden. Kenneth Frisse, Sprecher der Bildungsverwaltung, betonte indes, dass gegenwärtig vier Verfahren zur befristeten Einstellung von Vertretungslehrern laufen; zwei seien bereits weit fortgeschritten. Nur die Personalvertretung müsse noch zustimmen.