Gedenken

2000. Stolperstein in Kreuzberg gesetzt

In Berlin erinnert seit gestern der 2000. "Stolperstein" an die Opfer des Nationalsozialismus. Mit den Gedenktäfelchen, die in goldener Farbe wie ein Pflasterstein in Bürgersteige eingelassen werden, weist der Künstler Gunter Demnig auf die letzten Wohnorte ermordeter Menschen hin.

Der 2000. Stolperstein in der Kreuzberger Brachvogelstraße 4 erinnert an Hermann Silberstein. Der Berliner Jude, geboren am 22. November 1882, wurde im März 1943 in das Konzentrationslager Auschwitz verschleppt und dort umgebracht.

Bundesweit gibt es bereits 17 000 Stolpersteine. In Berlin wurde der erste im Jahr 1996 gesetzt. Inzwischen hat die Hauptstadt in Deutschland die meisten dieser Gedenkzeichen. Die Finanzierung der Erinnerungstafeln läuft über Patenschaften. Kritiker der Denkmale kritisieren, dass die NS-Opfer durch die Tafeln am Boden nun mit Füßen getreten würden. Künstler Demnig hält dagegen, dass ein Mensch erst vergessen sei, wenn sein Name vergessen ist. Deshalb will er die Namen der Ermordeten öffentlich lesbar machen.