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Architekt Jakob Schulze-Rohr gestorben

Der Berliner Architekt und Stadtplaner Jakob Schulze-Rohr ist am 17. November im Alter von 78 Jahren gestorben. Das teilte sein Frau Lea Rosh gestern mit. Schulze-Rohr gehörte mit Rosh zu den Initiatoren des Holocaust-Mahnmals in Berlin, für das beide gemeinsam jahrelang in dem dafür gegründeten Förderverein gekämpft haben.

"Er war von Anfang an dabei und wie ein Fels in der Brandung, ohne ihn wäre es nichts geworden, er hat mich immer wieder ermuntert und stark gemacht, wenn es Rückschläge gab", sagte Rosh, die seit 1970 mit Schulze-Rohr verheiratet war.

"Er hat sich große Verdienste um die Entstehung des ,Denkmals für die ermordeten Juden Europas' erworben", heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten Todesanzeige. "Das wichtigste deutsche Denkmal verdankt ihm seine Existenz."

Die Traueranzeige des Förderkreises haben neben Lea Rosh unter anderen der Historiker Eberhard Jäckel, die Berliner Kulturpolitikerin Monika Grütters (CDU) und der frühere Justizsenator Wolfgang Wieland (Grüne) unterzeichnet.

Noch im Oktober hatte Schulze-Rohr die Ladenzeile am Mahnmal kritisiert. "Kein Mensch würde am Rande der Gedenkstätten Auschwitz oder auch Buchenwald eine derartig auf Kommerz ausgerichtete Laden- und Imbisszeile errichten", hatte Schulze-Rohr dieser Zeitung gesagt. Schulze-Rohr hat Anfang der 80er-Jahre auch zusammen mit dem Direktor Rolf Kreibich das Institut für Zukunftsforschung und Technologiebewertung (IZT) mitbegründet.