Amtssitz mit Spreeblick für Verbraucherschutz

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Gilbert Schomaker

54 Quadratmeter, sechster Stock, Spreeblick, lichtdurchflutete dank 15 (!) Fenstern.

54 Quadratmeter, sechster Stock, Spreeblick, lichtdurchflutete dank 15 (!) Fenstern. Na, das ist doch mal etwas. Aber leider schon vergeben. Berlins Verbraucherschutzsenatorin Katrin Lompscher (Linkspartei.PDS) residiert neuerdings direkt gegenüber der Jannowitzbrücke. Nun sind die Monate des sehr beengten Daseins als Untermieterin ihrer Parteifreundin und Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner in der Oranienstraße vorbei. In der Brückenstraße 6, dort, wo die Umweltverwaltung des Senats sitzt, hat Lompscher nun ihr Hauptlager aufgeschlagen.

Das Schöne am neuen Büro: Dank der Rundum-Verglasung hat die Senatorin nach vorne einen wunderbaren Blick auf die Jannowitzbrücke und Mitte. Dreht sie sich um, kann die Senatorin ihrem Staatssekretär bei der Arbeit zu schauen. Was allerdings auch umgekehrt gilt, wie Lompscher bei der Präsentation ihres Büros in dieser Woche gleich anmerkte. In ihrem Rücken (etwas weiter links) liegt übrigens die chinesische Botschaft. Einblicke sind hier aber verwehrt. Die Fenster sind alle verspiegelt.

Bei dem kleinen Empfang reichte Lompscher auch Sekt, alkoholfreien Sekt, wie sie betonte. Denn Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Dabei gestand sie, dass ihr das Gesöff namens "prozero" aus biologischem Anbau sogar schmeckt. Im Gegensatz zu Bier. Denn Bier mag die Senatorin nur gesüßt - als Berliner Weiße.

In der lockeren Gesprächsrunde berichtet Lompscher auch von der anstehenden Reise zum Klimagipfel nach New York, wobei sie einräumte, dass ihr Englisch "not so good" sei. Deswegen wurde in den vergangenen Tagen kräftig gebüffelt. Denn die Senatorin will die Berliner Bemühungen um den Klimaschutz persönlich vorstellen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) reist übrigens auch mit. Sein Vorgänger zeigte sich in dieser Woche eher Berlin-verbunden und stimmgewaltig. Eberhard Diepgen sang. Öffentlich und nicht allein. Zusammen mit Gunter Gabriel ("Hey Boss, ich brauch mehr Geld") intonierte Diepgen am Tegeler See in Reinickendorf Gabriels neues Lied: "Ich bin ein Berliner und steh auf Berlin."

Boxtrainer Uli Wegner war auch bei den Tegeler Gesprächen der CDU. Wobei wir beim Thema Schlagabtausch noch einmal kurz zum Bier zurückkommen müssen. Denn wegen der Querelen um die Wahl zum Verfassungsgericht hatte der SPD-Fraktionsgeschäftsführer Christian Gaebler erwogen, dem Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann in Gaeblers Kreuzberger Kneipe "Sol y Sombra" (Sonne und Schatten) Hausverbot zu erteilen. Allerdings blieb es bei der Drohung.

Na, denn Prost - ob mit oder ohne Alkohol.