Studie

Mieten in Berlin alarmierend hoch

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"Die Mietbelastung der Berliner Haushalte hat eine alarmierende Höhe erreicht." Und alarmierend an dieser Aussage ist, dass sie nicht etwa von einem Vertreter eines Mieterschutzvereins in der Hauptstadt stammt, sondern von Dirk Wohltorf, dem Vorsitzenden des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) für Berlin und Brandenburg.

Im Regionalverband für die Metropolregion der deutschen Hauptstadt sind rund 500 Makler organisiert - eine Klientel, die gemeinhin nicht unter dem Verdacht steht, ein besonderes Interesse an günstigen Mieten zu haben.

Sorge bereitet den Maklern zurzeit denn auch nicht so sehr die durchschnittliche Höhe der Mietpreise auf dem freien Wohnungsmarkt. Diese liegt nach dem gestern veröffentlichten IVD-Immobilienpreisservice bei vergleichsweise moderaten 5,75 Euro nettokalt pro Quadratmeter und damit einen Euro über dem Mietspiegel, der eine Höhe von 4,75 Euro pro Quadratmeter ausweist.

Nur Mieten für private Eigentümer

"Wir haben nur die Mieten erfasst, die von Immobilienmaklern für die private Eigentümer erzielt und uns gemeldet wurden", sagt Wohltorf dazu. Damit sind die Wohnungsbestände der landeseigenen und genossenschaftlichen Wohnungsbaugesellschaften in dieser Studie, die einen Überblick über die erzielten Marktmieten vom 1. Oktober 2007 bis zum 1. Oktober 2008 bietet, nicht erfasst. Sorge bereitet den Maklern vielmehr die Tatsache, dass die Mietbelastung der Berliner Haushalte mit durchschnittlich rund 29 Prozent eine besorgniserregende Höhe erreicht hat. "Und dabei handelt es sich lediglich um einen Durchschnittswert", betont Wohltorf.

"Extreme spielen sich vor allem im Ostteil der Stadt ab", sagt der Experte weiter. Im Bezirk Mitte erreiche diese Belastung bei den Mieten die Marke von 33,5 Prozent. Absoluter Spitzenreiter ist allerdings Friedrichshain-Kreuzberg. Dort wird zwar ein vergleichsweise niedriger Quadratmeterpreis von 5,50 Euro (einfache Wohnlage) verlangt. Die Mietparteien müssen, bedingt durch geringes Haushaltseinkommen, jedoch sogar rund 35 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens in die Miete stecken (siehe Grafik).

In dem erst vor zwei Wochen vorgelegten Marktmonitor des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) wird die Belastungsquote der Berliner Haushalte dagegen lediglich mit 18,1 Prozent angegeben. Diese Differenz erklärt sich jedoch durch die Tatsache, dass der BBU auch die landeseigenen Wohnungen in den Großsiedlungen eingerechnet hat, in denen durchaus noch preiswerter Wohnraum vorhanden ist.

Innenstadtbereiche - begehrt und teuer

Der Mieter einer Wohnung in den attraktiven Innenstadtbereichen von Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain-Kreuzberg muss jedoch genauso wie Mietinteressenten im grünen Steglitz-Zehlendorf mit ganz anderen Preisen rechnen. Die Preise liegen hier durchschnittlich noch einmal einen Euro höher - bei 6,50 Euro pro Quadratmeter. Wobei in Charlottenburg-Wilmersdorf die Tendenz auf 8,50 Euro, in Steglitz-Zehlendorf auf acht Euro weist.

Deutlich günstiger wohnen können Mieter in Neukölln (4,75 Euro) und Lichtenberg (5 Euro). In Lichtenberg ist zudem die Mietbelastung gemessen an der Summe, die den Haushalten zur Verfügung steht, mit 26,3 Prozent berlinweit am geringsten. Die gute Nachricht für Mieter: "In vielen Bereichen ist die Spanne für weitere Mietsteigerungen damit ausgereizt", so der IVD-Experte. Nach den Berechnungen seines Verbandes würden die aktuellen Belastungen sogar über jenen in den als teuer verschrienen Städten wie Frankfurt am Main (22 Prozent) und München (20 Prozent) liegen. Rechne man die die gestiegenen Betriebskosten hinzu, lägen die realen Belastungen der Berliner Haushalte durchschnittlich sogar bei 41 Prozent.

"Wir haben kein Interesse, die Preise hochzurechnen", versichert Wohltorf. Ein ausgeglichener Markt sei für Makler viel erstrebenswerter. "Die in unserem Immobilienservice genannten Mieten entsprechen den im Markt registrierten Abschlussmieten und sind nicht politisch geprägt."

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