7000 Kippen auf dem Spielplatz: Große Gefahr für Kinder

Die Ergebnisse der Studie "Rauchfreie Kinderspielplätze", die gestern vorgestellt wurde, sind alarmierend.

Die Ergebnisse der Studie "Rauchfreie Kinderspielplätze", die gestern vorgestellt wurde, sind alarmierend. Allein auf dem Spielplatz auf dem Hohenstaufenplatz in Kreuzberg wurden knapp 7000 Zigaretten gefunden. Insgesamt dokumentiert die Studie den Zigarettenkonsum auf zehn Kinderspielplätzen in Friedrichshain-Kreuzberg. Der Spielplatz am Hohenstaufenplatz nimmt in der Studie die Spitzenposition ein. Innerhalb von vier Wochen haben zwei Mitarbeiterinnen vom Projekt "Rauchfrei in Friedrichshain-Kreuzberg" zweimal im Sandkasten, an Bänken und auf dem Bolzplatz Zigarettenstummel aufgesammelt. Beim ersten Besuch im August 2006 fanden sie 4581, beim zweiten Besuch nach vier Wochen erneut 2814 Kippen. Geraucht haben diese Zigaretten vor allem die Eltern, die auf ihre Kinder aufpassen, sowie Jugendliche, die abends ihre Freizeit auf dem Spielplatz verbringen.

Die Gefahr, die für die Kinder von den Kippen ausgeht, ist erheblich. So muss der Giftnotruf Berlin jährlich über 260-mal zu Einsätzen, bei dem sich Kinder durch das Verschlucken einer Zigarette oder Kippe vergiftet hat. "Man muss davon ausgehen, dass ein Kleinkind an den Folgen des Verschluckens von drei Kippen sterben kann", sagt Johannes Spatz, Leiter des Projekts "Rauchfrei in Friedrichshain-Kreuzberg".

Deshalb fordert die Initiative um Johannes Spatz rauchfreie Kinderspielplätze im Bezirk. "Wir müssen die Gefahr, die von Zigarettenkippen ausgehen, nun in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken", stellt Spatz die Ziele der Kampagne dar.

Initiative rauchfreie Spielplätze

Der Deutsche Kinderschutzbund unterstützt ihn dabei. "Da vor allem Kleinkinder vieles schnell in den Mund nehmen, gefährden die großen Mengen an Kippen die Gesundheit der Kinder", sagt die Sprecherin des Kinderschutzbundes, Alexandra Jakob. Aber auch die langfristige Gefahr, dass Kinder ihre rauchenden Eltern zum Vorbild nehmen und selbst damit anfingen, müssen entgegengewirkt werden.

"Deswegen sollen alle Spielplätze rauchfrei werden", fordert sie.

Aber nicht nur der Kinderspielplatz am Hohenstaufenplatz war mit Kippen übersät. Auch auf den anderen Spielplätzen im Bezirk sammelten die Mitarbeiter des Projekts viele Überreste von Zigaretten. Insgesamt wurden auf den zehn Kinderspielplätzen über 10 000 Kippen gefunden.

Um an das Gewissen der Raucher zu appellieren und damit den Zigarettenkonsum einzudämmen, wurden im vergangenen Jahr auf Antrag der Bezirksverordneten-Versammlung 120 Schilder mit der Aufschrift "Danke, dass sie hier nicht rauchen" aufgestellt. "Die meisten wurde abgerissen oder beschmiert und hatten keine Auswirkung auf den Zigarettenkonsum", berichtet Spatz von dem misslungenen Versuch.