Polizei

Festnahme nach Angriff auf Rabbiner

Die Polizei hat nach dem Angriff auf einen Rabbiner gestern Nachmittag in Wedding einen 18-Jährigen festgenommen. Der junge Mann, dessen Vater nach Morgenpost-Informationen aus dem Libanon stammen soll, wurde gegen 17 Uhr in seiner Wohnung angetroffen und kam zur erkennungsdienstlichen Behandlung auf eine Polizeiwache.

Anschließend sollte er sich zu den Tatvorwürfen äußern. Das Fahrzeug, mit dem der Angriff am Sonntag gegen 0.45 Uhr ausgeführt worden war, konnte bei dem 18-Jährigen sichergestellt werden. Nach ersten Erkenntnissen gilt er als Haupttäter. Nach seinem Komplizen wird noch gefahndet.

Das Berliner Büro des American Jewish Committee (AJC) hat sich entsetzt über den Angriff auf einen Berliner Rabbiner und dessen Schüler am Wochenende gezeigt. "Wir verurteilen antisemitische Übergriffe sowie jede Art von Angriff auf religiöse Würdenträger und Einrichtungen aufs Schärfste", sagte gestern die Direktorin des AJC Berlin, Deidre Berger. Sie forderte die Strafverfolgungsbehörden dazu auf, ihr Möglichstes zu tun, um die Täter zu finden und zu bestrafen. Bei dem Rabbiner handelte es sich laut Medienberichten um den Vorsitzenden des Vereins Chabad Lubawitsch, Yehuda Teichtal. Der 36-Jährige war mit acht Rabbinerschülern in einem Kleinbus auf der Lietzenburger Straße in Charlottenburg unterwegs und wurde vom Fahrer eines mit zwei Personen besetzten Pkw wiederholt ausgebremst und antisemitisch beleidigt.