Stadtplanung

Gutachten für Tempelhof erneut verzögert

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte wird das Wertgutachten zur Ermittlung des Kaufpreises für den Flughafen Tempelhof erst Ende November vorlegen. Damit verzögern sich erneut die Kaufverhandlungen zwischen Berlin und Bund.

Wie berichtet, hatten beide als Flughafeneigner im November 2007 vereinbart, dass Berlin den Flughafen komplett übernimmt. Ursprünglich sollte der Kauf bereits vor der Schließung des Flughafens am 30. Oktober über die Bühne gehen. Doch die zuständige Senatsfinanzverwaltung beauftragte das Gutachten später als nötig. Es hieß dann von Seiten des Senats, das Gutachten als Basis für die Kaufverhandlungen liege bis zum 30. Oktober vor, dann wurde der Termin auf die erste Novemberwoche und nun auf Ende November verschoben. Bereits Anfang August hatte das Bundesfinanzministerium Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin aufgefordert, das Verfahren zu beschleunigen. Doch der sieht offenbar einen Vorteil für Berlin: Denn noch muss der Bund als Mehrheitseigner mit 820 000 von insgesamt monatlich 990 000 Euro das Gros der Unterhaltungskosten für das Gebäude tragen.

Indessen müssen die drei in Tempelhof verbliebenen Flugzeuge noch am Boden bleiben. Der Leiter der zuständigen Oberen Luftfahrtbehörde Berlin Brandenburg, Wolfgang Fried, bestätigte gestern, dass von allen drei Piloten Anträge auf eine Außenstarterlaubnis vorliegen. "Die Anträge aber sind unvollständig. Es fehlt die notwendige Zustimmung der Flughafeneigentümer Bund und Berlin", sagte Fried. Diese müsste von den Piloten noch nachgereicht werden. Sofern diese Unterlagen vorliegen, braucht die Behörde "einen halben Tag" für eine Entscheidung. Wie die aber aussieht, weiß auch Fried noch nicht.

Schließlich hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung angekündigt, wegen unzureichender Gründe einer Außenstarterlaubnis nicht zuzustimmen.