Tegel in Zahlen

6: Die Sechserbrücke

Als Sechserbrücke wurden im Volksmund Brücken bezeichnet, für deren Überquerung fünf Pfennig - ein sogenannter Sechser - Brückenzoll zu entrichten waren.

In Tegel wurde die Brücke über die Einfahrt zum Hafen 1909 eigens für Ausflügler gebaut, die von den Lokalen auf der Südseite des Hafens zu den Etablissements im Norden wechseln wollten - und umgekehrt. Da die Baukosten auf mehr als 100 000 Mark gestiegen waren, wurde ein Brückenzoll eingeführt. Ein einträgliches Geschäft bei bis zu 28 000 Passanten pro Tag, der jährliche Überschuss betrug 7000 Mark. Die Summe lockte Räuber an, schließlich musste und durfte der Brückengeld-Einnehmer sich eine Waffe zulegen. Anfangs wurde der Sechser auch nachts erhoben. Das lohnte aber kaum, und so schaffte man den Nachtzoll kurz vor dem Ersten Weltkrieg ab. Zur Inflation wurde der Brückenzoll endgültig gestrichen. Der Name aber blieb. Die Tegeler Hafenbrücke wird heute noch Sechserbrücke genannt - die Jannowitzbrücke in Mitte nicht mehr.