Kulturpreis-Verleihung

"48 Stunden Neukölln" wird ausgezeichnet

Neukölln macht positive Schlagzeilen. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen wird eine herausragende Initiative des Bezirks ausgezeichnet.

Das Kulturnetzwerk Neukölln erhält für sein Projekt "48 Stunden Neukölln" den mit 2000 Euro dotierten Kulturpreis der Kulturpolitischen Gesellschaft in Bonn. Er soll am 14. November in der Alten Post, Karl-Marx-Straße 97-99, verliehen werden.

Erst gestern bekam die Initiative der Stadtteilmütter in Neukölln den Metropolis Award 2008. Staatssekretärin Maria Krautzberger nahm die Auszeichnung in Sydney beim 9. Metropolis World Congress entgegen. Seit vier Jahren sind die Stadtteilmütter mit türkischem, arabischem oder anderem ausländischen Hintergrund in Neukölln unterwegs. Sie besuchen Migrantenfamilien in ihrer Nachbarschaft, versorgen sie mit Informationsmaterial über das Schul- und Gesundheitssystem und helfen ihnen, ihre Kinder besser zu fördern.

Das Kulturnetzwerk Neukölln wird für die beispielhafte Kulturarbeit und die lobenswerte Organisation von "48 Stunden Neukölln" geehrt. Das Festival mit mehr als 1000 Akteuren fand 2008 zum zehnten Mal statt. Hier inszeniere sich ein Stadtteil selbst, heißt es in der Pressemitteilung der Kulturpolitischen Gesellschaft vom 22. Oktober. "Das Konzept, einen Stadtteil über 48 Stunden lang mit Kunst und Kultur zum Leben zu bringen und dabei seine kreativen Entwicklungspotenziale aufzudecken, ist einzigartig und überzeugend", sagt der Präsident der Gesellschaft, Oliver Scheytt.

Gewürdigt wird auch das soziale Engagement des Kulturwerks Neukölln. Denn es nutzt für das Kiezfestival die Fördermöglichkeiten des zweiten und dritten Arbeitsmarktes und bezieht die Anwohner ein. Damit werde im wahrsten Sinne des Wortes Entwicklungshilfe geleistet, meint die Kulturpolitische Gesellschaft. Sie verleiht den Kulturpreis seit 1977 für eine beispielhafte kulturelle Aktion oder Initiative.

( saf )