Bundestagswahl

DDR-Bürgerrechtlerin Lengsfeld tritt für CDU an

Für die DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld gibt es doch noch ein überraschendes Polit-Comeback: Nachdem sie als CDU-Bundestagskandidatin im Wahlkreis Pankow gescheitert war, wird sie nun in Friedrichshain-Kreuzberg für die Berliner Union antreten.

Foto: er / Zentralbild

Ein entsprechendes Gespräch fand mit Vertretern des CDU-Kreisverbandes Friedrichshain-Kreuzberg jetzt statt. Lengsfeld wollte sich zunächst zu der Entscheidung nicht äußern. Der Kreuzberger CDU-Abgeordnete Kurt Wansner sagte: "Frau Lengsfeld ist eine Bereicherung für die CDU und für den Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg. Sie hat eine gute Chance, Herrn Ströbele zu schlagen." Hans-Christian Ströbele hatte als erster Grünen-Politiker seinen Wahlkreis direkt gewonnen. Vor zwei Wochen hatte er seine erneute Kandidatur angekündigt.

Für Lengsfeld bedeutet das Angebot, in Friedrichshain-Kreuzberg anzutreten, eine unverhoffte Wendung. Denn eigentlich galt sie schon als gescheitert. Im Duell mit Gottfried Ludewig, dem Sohn des ehemaligen Bahn-Chefs, hatte Lengsfeld trotz Unterstützung aus dem Kreisverband schließlich aufgegeben. Für Ludewig, der durch umstrittene Äußerungen zum Wahlrecht aufgefallen war, hatte sich der CDU-Kreisvorsitzende Peter Kurth eingesetzt. Kurth selbst geriet durch diese Personalentscheidung politisch unter Druck.

Für Lengsfeld, die schon von 1990 bis 2005 im Bundestag saß, bedeutet das Angebot des politischen Asyls in Friedrichshain-Kreuzberg, dass sie nun doch noch Chancen auf ein Bundestagsmandat haben könnte. Denn möglicherweise erhält Lengsfeld auch einen Platz auf der Bundestagsliste. Dort findet sich bisher als einzige Frau lediglich die designierte stellvertretende Landesvorsitzende Monika Grütters, die den ersten Listenplatz erhalten soll.

Die Regionalkonferenzen der CDU, auf denen sich Grütters und der designierte Parteichef Frank Henkel vorstellen werden, beginnen mit einem Treffen der CDU-Basis von Tempelhof-Schöneberg und Neukölln am 29. Oktober im Rathaus Schöneberg. Generalsekretär Bernd Krömer forderte noch einmal mögliche andere Kandidaten für den Parteivorsitz auf, sich bis dahin öffentlich zu melden. "Nur mit einem offenen Visier kann man eine offene und moderne Partei führen", so Krömer.