Europäisches Energie Forum

Bau der Energie-Universität soll im Frühjahr beginnen

Die Werbebroschüre für das am S-Bahnhof Schöneberg geplante Europäische Energie Forum (Euref) ist fertig.

Doch am 5. November, dem ursprünglich geplanten Gründungstermin der privaten Universität im Rathaus Schöneberg, wird nun lediglich symbolisch das Grundstück an den Beirat des künftigen Energie-Instituts übergeben. Wie berichtet, gab es ein Zerwürfnis zwischen dem Bauunternehmer Klaus Groth und dem Euref-Projektentwickler Reinhard Müller. Sie sind nun geschiedene Leute. Das von Groth begleitete Hochschulprojekt Global Energy Institut (GEI), für das er zum Ärger von Müller zwischendurch auch den Flughafen Tempelhof als möglichen Sitz ins Gespräch gebracht hatte, ist vom Tisch. Die Euref, vorher zu je einem Drittel von Müller, Groth und dem Immobilienentwickler Andrey Ogirenko (Moskau) gebildet, gehört jetzt hälftig den beiden verbliebenen Partnern.

Nach Auskunft von Euref-Sprecher Gerhard Hofmann hat der Streit bei der Gründung der privaten Energie-Universität zu einigen Monaten Zeitverlust geführt. "Dass das Projekt scheitert, ist inzwischen aber ausgeschlossen", versicherte er gestern. Renommierte Einrichtungen wie die Fraunhofer-Gesellschaft, die Max-Planck-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungseinrichtungen und auch die Freie und die Technische Universität Berlin seien weiterhin bereit, mitzumachen. Allerdings müssten ihre Gremien darüber noch entscheiden. "Solange diese nicht zugestimmt haben, kann der Trägerverein des Energie Instituts noch nicht gegründet werden", so Hofmann. Noch fehlt auch das Stiftungskapital für die Hochschule. Beabsichtigt ist, dass 200 Millionen Euro zu je einem Viertel aus Deutschland, Russland, dem Nahen Osten und aus Europa kommen sollen.

Müller, mit seiner Firma "Denkmalplus" Eigentümer des rund 60 000 Quadratmeter großen Grundstücks, will die Fläche für den Neubau der Hochschule kostenlos zur Verfügung stellen. Er soll auf dem Gelände gegenüber dem Gasometer an der Torgauer Straße errichtet und 55 sowie 35 Meter hoch werden. "Wir wollen im kommenden Frühjahr mit dem Bau des Instituts beginnen", sagte Christian Kuhlo, Prokurist der Firma Konzeptplus. 500 Studenten sollen auf dem Campus lernen. Vier Postgraduierten-Studiengänge wie Energie und Politik sowie Energie und Recht sind geplant. Die Studiengebühr soll zwischen 10 000 und 25 000 Euro betragen. Parallel zum Baustart sollen bereits Kurse auf dem Gelände beginnen.

Die Projektentwickler rechnen mit einer Gesamtinvestition von 500 Millionen Euro für das Areal. "Es wird in Berlin die größte private Einzelbaumaßnahme in den nächsten Jahren sein", so Kuhlo. In 15 Gebäuden sollen 120 000 Quadratmeter Nutzfläche entstehen. Für die geplanten zwei Hotels werde noch in dieser Woche der Betreiber-Vertrag unterschrieben.

Zudem soll die Nordspitze des Geländes von kontaminiertem Boden gereinigt werden. Euref will dort für den Bezirk einen 7000 Quadratmeter großen Park anlegen, der Ende nächsten Jahres fertig sein soll. Dazu muss die Erde nach Auskunft von Kuhlo teilweise bis zu sieben Meter Tiefe - "dort wo die Teeröfen standen" - als Sondermüll entsorgt werden. Der Bezirk beteilige sich mit 400 000 und die Gasag mit 750 000 Euro an der zwei Millionen Euro teuren Sanierung.

Erwartet werden im Rathaus Schöneberg am 5. November ab 18 Uhr neben Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der als "Taufpate" der künftigen privaten Energie-Universität begrüßt werden soll, auch europäische Minister und Botschafter.

Der Streit um die Energie-Universität www.morgenpost.de/berlin