Kultur

Vier Bühnen, gleich um die Ecke

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Nur sieben Minuten Fußweg auf Neuköllns Laufsteg, der Karl-Marx-Straße, und man kann zwischen vier Bühnen wählen.

An der Ecke Donaustraße liegt der "Heimathafen Neukölln". Bühne: Die schöne Protz-Post von 1906. Bis Juni stand das Gebäude leer, jetzt gastiert dort bis November die junge Theater-Truppe. Die Neuköllner Regisseurin Stefanie Aehnelt hatte vor einem Jahr die Idee, Kiez-Stücke auf provisorische Bühnen zu bringen, das Postamt ist die zweite Station nach einem leeren Ladenraum am Richardplatz.

Programm: Modernes Volkstheater. Publikum: "Sehr viele Alt-Neuköllner von 20 bis 70, Studenten", sagt Sprecherin Silvia Schober (33). Premiere: "Der Postminister von Neukölln" (um der Verbannung nach München zu entgehen, rettet ein Neuköllner Ganove die Post), 9. Oktober, Karten unter www. heimathafen-neukoelln.de.

Rund fünf Minuten Fußweg zum renommiertesten Haus hier, der Neuköllner Oper. Programm: Schräg und respektlos. Elf Produktionen im Jahr, meist Uraufführungen, oft mit Berlin-Bezug. Publikum: Studenten, Berlin-Besucher, Kultur- und Musical-Fans, Neuköllner. Premiere: "Piraten. Die BeBerlinette" (Musik Artur Sullivan, 1879, mit neuer Handlung: Hart arbeitende Bauunternehmer müssen sich mit Berliner Ureinwohnern herumschlagen), 9. Oktober, Karten-Tel. 68 89 07 77.

Am kleinen Puppentheater-Museum (Programm für Kinder ab 3, Tel. 687 81 32) geht es nur 20 Schritte weiter zum Saalbau. Bühne: Historischer Saal von 1876 (damals Niesigks Salon). Programm: Eigenes Ensemble (Schauspiel Neukölln), Gastspiele vom Musikschulkonzert bis deutsch-türkischem Kabarett. Termin: "Deutschland vs. Türkei" - Erzählwettkampf, 30. Oktober. Karten: 68 09 37 79.

Nur die ersten vier Probleme, wenn man sich abends in Neukölln entscheiden muss. Ein kurzer Umweg über die Jonasstraße, Richtung Körnerpark, und man steht vor dem 130 Jahre alten Ballsaal, in dem einst Schlagerkönig Will Meisel (1897-1967, "Berlin bleibt doch Berlin") residierte. Vor zwei Jahren zog Berlins jüdisches Theater Bimah aus Charlottenburg hierhin Tel. 251 10 96.

An der Schudomastraße hat Künstler Christoph agi Boehm (49), sein "bauchhund-salonlabor" eingerichtet. Bühne für Lesungen, Jazzkonzerte, maximal 25 Zuschauer. Kontakt: 56 82 89 31.