Humboldt-Uni kooperiert mit New York und Moskau

Die Humboldt-Universität wird ihre Zusammenarbeit mit Universitäten in Ost und West verstärken. Damit reagiert sie auf die Erkenntnis, dass für ein erfolgreiches Studium - höhere Ansprüche vorausgesetzt - Auslandserfahrungen unentbehrlich sind.

Nur 14 Tage nach der Eröffnung eines Verbindungsbüros in Moskau kam jetzt ein Kooperationsvertrag mit dem Bard-College in New York zu Stande. Am 3. Oktober, dem deutschen Nationalfeiertag, wurde er unterzeichnet.

Studenten wollen sicher sein, dass ihre im Ausland geleistete Arbeit auch im Inland für das Examen anerkannt wird. Die dafür notwendige Sicherheit schaffen Kooperationsverträge, wie sie von vielen deutschen Hochschulen abgeschlossen worden sind und weiter abgeschlossen werden.

Durch die Einführung der akademischen Grade B.A. und M.A. (statt der vertrauten Diplome und Staatsexamina, siehe «Lexikon») reagieren die hiesigen Universitäten auf die Internationalisierung des Forschungs- und Lehrbetriebs.

Vor allem russische Studenten machen von der Möglichkeit, für ein paar Semester nach Berlin zu kommen, gern Gebrauch. Mit 219 Studenten aus der Russischen Föderation steht die Humboldt-Universität in Deutschland an erster, mit 157 amerikanischen Studenten hinter der Uni Freiburg an zweiter Stelle.

Insgesamt hat die Anziehungskraft deutscher Universitäten in jüngster Zeit deutlich nachgelassen. Vor allem amerikanischen und englischen Studenten erscheinen die hiesigen Hochschulen im Vergleich zu ihren eigenen nicht attraktiv genug.

Wie der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft in einer umfangreichen Untersuchung herausgefunden hat, zeigen sich amerikanische Forscher nur wenig beeindruckt vom akademischen Renommee der deutschen Universitätslandschaft.

Die meisten der Wissenschaftler kommen aus privaten Motiven nach Deutschland. Dass hier ein Studium gebührenfrei zu haben ist, wirkt auf Ausländer nicht sonderlich verlockend. K.A.