Pro Lernmittelfreiheit: Gleiche Chancen für alle

Heino Henke, Mitglied im Landeselternausschuss und Landesschulbeirat:

An der Lernmittelfreiheit sollte nicht gerüttelt werden. Denn sie bietet ein wichtiges Stück Verlässlichkeit in der Berliner Schule. Nur mit Lernmittelfreiheit gibt es die Garantie, dass alle Schüler und auch die Schulen untereinander gleich gut mit Büchern ausgestattet sind. Wenn Eltern die Bücher ihrer Kinder bezahlen müssten, wären diejenigen Schüler im Nachteil, deren Familien dafür wenig Geld ausgeben können. Das würde automatisch zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Kindern führen. Außerdem zahlen Eltern auch heute schon viel dazu - angefangen von zusätzlicher Deutsch-Lektüre über Arbeitshefte bis hin zur Wandfarbe für die Klassenzimmer. Ohne diese Elternbeteiligung würde Schule in Berlin gar nicht mehr funktionieren. Wer sich darüber hinaus engagieren möchte, sollte das weiterhin über die Fördervereine tun. Die Lernmittelfreiheit gibt den Schulen außerdem ein Stück Eigenverantwortung und pädagogische Selbstständigkeit. Sie können beispielsweise selbst bestimmen, wann Bücher ersetzt werden müssen. Und wenn die Schüler pfleglich mit den Büchern umgehen, kann das dadurch gesparte Geld auch für andere pädagogische Verbesserungen genutzt werden.