Brandsätze im Wal-Mart: Keine Spur von Tätern

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Bei der Suche nach den Tätern für den versuchten Brandanschlag auf den Wal-Mart in Neukölln tappt die Polizei im Dunkeln. «Über einen Zusammenhang mit dem Besuch von US-Präsident Bush kann im Moment nur spekuliert werden», sagte Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Bis gestern war kein Bekennerschreiben zu der Tat in dem amerikanischen Unternehmen eingegangen. LKA-Chef Peter-Michael Haeberer betonte, dies sei nicht der Beginn einer Anschlagsserie zum Besuch von George W. Bush, und warnte vor einer Panikmache.

Die beiden Brandsätze in Keksdosen waren - wie noch in einem Teil der gestrigen Ausgabe berichtet - gegen 18.45 Uhr von Mitarbeitern in der Bettenabteilung des Wal-Mart an der Karl-Marx-Straße entdeckt worden. Es soll sich um eine Art Molotow-Cocktail mit Weckern als Zünder handeln. Vermutlich sollten die Brandsätze nach Geschäftsschluss hochgehen. Solche Vorrichtungen wurden schon häufiger bei Anschlägen von Tätern aus der linksextremistischen Szene verwendet. Die Unbekannten hatten vermutlich das Ziel, durch Feuer und Rauch die Sprinkleranlage des Warenhauses auszulösen, um durch das versprühte Wasser großen Schaden anzurichten.

Die Polizei evakuierte das Gebäude und suchte bis spät in die Nacht nach weiteren Brandsätzen, fand jedoch nichts.

Die Mitarbeiter harrten so lange vor dem Gebäude aus, bis sie schließlich ihre persönlichen Sachen holen konnten, die sie bei der überstürzten Flucht zurückgelassen hatten. rfi/plet/mb