Totenbuch für die 134 Opfer der Berliner Mauer

An der Berliner Mauer starben nach neuesten Erkenntnissen des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam 134 Menschen.

An der Berliner Mauer starben nach neuesten Erkenntnissen des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam 134 Menschen. Ein Totenbuch mit ihren Biografien soll zum 47. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August vorgelegt werden, sagte Hans-Hermann Hertle vom Forschungszentrum. Danach wurden 99 Flüchtlinge beim Versuch die Grenze zu überwinden, erschossen, verunglückten tödlich oder nahmen sich das Leben. Acht DDR-Grenzsoldaten wurden während ihres Dienstes getötet. 25 Menschen aus Ost und West ohne Fluchtabsichten ebenfalls erschossen oder verunglückten. Diese Fälle seien wissenschaftlich belegt.

Die Schicksale, die im gemeinsamen Projekt mit der Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Straße in Berlin rekonstruiert wurden, sollen dort künftig gezeigt werden. Die Forschungen stehen damit kurz vor dem Abschluss. Ein Todesfall werde noch geprüft, sagte der Historiker. Die wissenschaftlich belegten Fälle sind auch in einem neuen Buch zur Berliner Mauer aufgeführt, das Hertle jetzt vorgelegt hat.

In dem im Ch. Links Verlag erschienenen, zweisprachigen Band (Die Berliner Mauer - Monument des Kalten Krieges, 184 S., Euro 19,90 Euro) wird mit beeindruckenden Fotos erzählt, wie das Monument des Kalten Krieges den Alltag der Menschen beeinflusste.

Der Wissenschaftler beschreibt in mehreren Kapiteln, wie etwa die DDR-Führung die Sperranlagen immer mehr perfektionierte oder wie Fluchthelfer ihr Leben riskierten. Zwischen dem Mauerbau bis zu ihrem Fall gelang demnach 5075 DDR-Bürgern die Flucht. Hertle hat zudem eine groteske Rechnung der Grenztruppen-Führung im Frühjahr 1989 ausfindig gemacht: Sie teilten die Kosten für die Grenze durch die Anzahl der Festnahmen und stellten fest, dass jede Verhaftung 2,1 Millionen DDR-Mark gekostet hat. dpa

Weitere Infos im Internet unter www.chronik-der-mauer.de