Das Bauwerk als Botschaft

Das Diplomatenviertel in Tiergarten wächst weiter. Die staatliche Immobiliengesellschaft Griechenland KEA hat in dieser Woche das Vergabeverfahren zum Bau eines Botschaftsgebäudes an der Hiroshimastraße international ausgeschrieben.

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Das Diplomatenviertel in Tiergarten wächst weiter. Die staatliche Immobiliengesellschaft Griechenland KEA hat in dieser Woche das Vergabeverfahren zum Bau eines Botschaftsgebäudes an der Hiroshimastraße international ausgeschrieben. Mit einem Budget von rund 13 Millionen Euro soll Platz geschaffen werden für die Mitarbeiter, während der Botschafter selbst "im angrenzenden Altbau residieren wird", wie ein Botschaftssprecher mitteilt. Zudem werden in der sanierungsbedürftigen, 1911 erbauten Residenz nach der Wiederherstellung die repräsentativen Veranstaltungs- und Empfangsräumlichkeiten der Botschaft untergebracht.

Modernes Bürohaus und historische Residenz sollen nach den Plänen einer deutsch-griechischen Planergemeinschaft stark kontrastieren. "Im Januar haben wir die Baugenehmigung erhalten", so der Botschaftssprecher. Nach Ende der Ausschreibungsfrist im Mai werde man voraussichtlich noch im Sommer mit den Bauarbeiten beginnen können.

Während die Griechen mit dem Bau erst beginnen, ist der Neubau der Botschaft Saudi-Arabiens fast fertig gestellt, der Umzug soll in Kürze erfolgen. Hinter zarten Blütenornamenten aus Metall wird der Botschafter des Königreichs künftig seinen Sitz haben. Das orientalische Blumenmuster umgibt eine hochmoderne, gläserne Rotunde, die nahezu bezugsfertig ist. Das fünfgeschossige Gebäude bietet Platz für die etwa 120 Mitarbeiter, die vom Kurfürstendamm 63 hierher umziehen werden.

Bereits Ende der 90er-Jahre hatten die Saudis das 3000-Quadratmeter-Grundstück an der Tiergartenstraße 33-34 gekauft, seit 2005 wird an der Botschaft gebaut.

Einen wichtigen Schritt hat auch das Bauvorhaben der Türkei an der Tiergartenstraße 19-21 gemacht. Zwischen der italienischen und der südafrikanischen Vertretung liegt das verwilderte Baugrundstück, auf dem sich bis 1945 auch das alte Botschaftsgebäude befand. Das Kölner Architekturbüro "sic!" gewann im vergangenen Jahr den Wettbewerb für das neue Botschaftsgebäude. Die Kölner Planer haben einen viergeschossigen Neubau mit zwei Seitenflügeln und einem repräsentativen Atrium in der Mitte konzipiert. "Derzeit befindet sich der Entwurf in der Feinabstimmung", informiert ein Botschaftssprecher. Ein Termin für den Baubeginn stehe noch nicht fest. Das 1999 nach dem Umzug von Bonn nach Berlin bezogene Haus in der Rungestraße 9 in Mitte wird also noch einige Zeit Sitz der türkischen Botschaft bleiben.

Auch die Portugiesen hegen Umzugspläne, wollen ebenfalls ins alte Diplomatenviertel in Tiergarten ziehen und haben dazu bereits 1996 ein 2800 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Der Neubau soll auf einem Grundstück südlich der Friedrich-Ebert-Stiftung zwischen Hildebrand- und Hiroshimastraße entstehen. Noch ist der Sitz der Botschaft von Portugal in der Zimmerstraße 56 in Mitte. Konkrete Bauabsichten gibt es aber derzeit nicht: "Wir hoffen auf einen Baustart 2009", so ein Botschaftsangehöriger.

Am Brandenburger Tor arbeiten die Amerikaner unterdessen mit Hochdruck an der Fertigstellung ihrer Botschaft. Am symbolträchtigen 4. Juli, dem Nationalfeiertag der Vereinigten Staaten, soll das Gebäude am Pariser Platz 2, in unmittelbarer Nähe zur britischen (Wilhelmstraße 70-71) und französischen Botschaft (Pariser Platz 5) mit einem Festakt eröffnet werden.