Kriminalität

Messerstecher zu Bewährung verurteilt

Nach einer Messerstecherei auf dem U-Bahnhof Blissestraße hat das Amtsgericht Berlin-Tiergarten einen 25-Jährigen zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Der Mann hatte dem Urteil zufolge einen 48-jährigen Rocker grundlos angegriffen und an Arm, Wange und Ohr verletzt. Eine Narbe im Gesicht ist bis heute sichtbar. Der Angreifer aus Kreuzberg gestand die Attacke und entschuldigte sich. Er zahlt dem Opfer 2500 Euro Schmerzensgeld. Strafverschärfend wertete das Gericht, dass der 25-Jährige Streit suchte und seine schlechte Laune ablassen wollte.

Der Rocker kam mit seiner Freundin, deren Tochter und vier Bekannten von der Geburtstagsfeier seines 80-jährigen Vaters, als der Angreifer zuerst der Freundin in den Bauch trat. Sie stürzte. Der erwachsenen Tochter schlug er auf den Hinterkopf. Der Rocker, ein arbeitsloser Betonbauer und Anhänger der "Bandidos", stellte sich schützend dazwischen. Er sei zu Boden gerissen und fast auf die Gleise gestoßen worden, sagte er.

Das Gericht berücksichtigte die Reue des vorbestraften Täters. Er beteuerte, sein Leben zu ändern, um seiner Tochter ein Vorbild zu sein. Sein mitbeschuldigter Freund muss sich später vor Gericht verantworten. Ein Gerichtsmediziner hatte dem 29- jährigen Verfolgungswahn bescheinigt. Die Richterin hatte daraufhin die Unterbringung in einer Klinik verfügt.