Neues Hotel in Brechts Nachbarschaft

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Isabell Jürgens

Der Berliner Hotel-Bauboom reißt nicht ab. Gestern bestätigte der Baukonzern Hochtief den Kauf eines 3000 Quadratmeter großen Grundstücks an der Chausseestraße 121/122 in Mitte.

Der Berliner Hotel-Bauboom reißt nicht ab. Gestern bestätigte der Baukonzern Hochtief den Kauf eines 3000 Quadratmeter großen Grundstücks an der Chausseestraße 121/122 in Mitte. Auf dem Areal, das unmittelbar an den Dorotheenstädtischen Friedhof grenzt, soll das "Parkquartier" entstehen. Wesentlicher Bestandteil des Bauvorhabens: Ein Hotel der Kategorie Drei Sterne Plus bis Vier Sterne mit 120 Zimmern, wie Projektleiter Andre Klimt verrät.

Ergänzend zum Hotel sollen auch etwa 20 exklusive Wohneinheiten entstehen. Hochtief will rund 23 Millionen Euro in das Projekt investieren. Voraussichtlicher Baubeginn ist Juni 2008, bereits 2009 soll das Parkquartier bezugsfertig sein.

Den Entwurf für das Ensemble hat das Hamburger Architektenduo Claus und Silvia Schröder geliefert. Er sieht unter anderem einen großen Durchgang zu der hinter dem Gebäude liegenden Freifläche vor, auf der der Investor einen öffentlichen Spielplatz errichten wird. "Außerdem werden wir das Spartakusdenkmal in unsere Planungen integrieren", kündigt Klimt an.

Auf dem Grundstück Chausseestraße 121 informiert eine schlichte Plastik aus Kunststein, dass an diesem Platz einst das Haus stand, "in dem unter Vorsitz von Karl Liebknecht am 1.1. 1916 die Spartakusgruppe, die Keimzelle der Kommunistischen Partei Deutschlands, gegründet wurde".

Das Bauprojekt werde sich in seinen Dimensionen an den umliegenden Gebäuden orientieren. "Damit leisten wir einen kleinen Beitrag zur Stadtreparatur, denn das Projekt schließt eine seit 1945 an dieser Stelle bestehende Lücke", so Stephan Allner, Leiter der Hochtief-Bauträgersparte. "Ich bin davon überzeugt, dass sich der Standort in den kommenden Jahren gut entwickeln wird." Schließlich würden die südliche Chausseestraße und die Invalidenstraße viele Touristen in das Quartier ziehen. "Das Bertolt-Brecht-Haus und der Dorotheenstädtische Friedhof mit den vielen Prominentengräbern sowie der Französische Friedhof sind kulturelle Sehenswürdigkeiten."

Auch der westliche Bereich der Invalidenstraße mit dem Hamburger Bahnhof, der Charité und dem Naturkundemuseum würden von zahlreichen Berlin-Besuchern angesteuert.