Berlins beste Schülerzeitungen ausgezeichnet

Die Berliner Schüler schreiben wieder mehr - und zwar am liebsten ihre eigene Meinung.

Die Berliner Schüler schreiben wieder mehr - und zwar am liebsten ihre eigene Meinung. Beim diesjährigen Schülerzeitungswettbewerb der Senatsverwaltung für Bildung in Zusammenarbeit mit der Berliner Morgenpost und dem Netzwerk Junge Presse Berlin ist die Teilnehmerzahl um ganze zehn Prozent gestiegen.

Insgesamt 57 Redaktionen haben ihre Arbeiten eingereicht und von der Jury eingehend prüfen lassen. Bei der Auswahl der Preisträger zählte nicht nur die Qualität der Texte und der Gestaltung, sondern auch die kritische Auseinandersetzung mit schulbezogenen Themen.

"Die Schülerzeitungen sind eine wundervolle Gelegenheit, Meinungsbildung schon früh zu üben", sagte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) bei der gestrigen Preisverleihung im Roten Rathaus. Morgenpost-Chefredakteur Carsten Erdmann ermutigte die Nachwuchsjournalisten, auch weiter neugierig und beharrlich zu bleiben. Besonders erfreulich sei der Zuwachs an neuen Zeitungstiteln in der Presselandschaft der Berliner Schulen.

Doch nicht alle Lehrer oder Schulleiter teilen offenbar die Begeisterung für die kritischen Presseorgane der Schülerschaft. Es komme immer wieder vor, dass Schulleiter versuchen, Einfluss auf die Inhalte der Schülerzeitungen zu nehmen, betonte Michael Metzger vom Vorstand des Landesverbandes Junge Presse.

Die Redaktion der Preisträger-Zeitung "Dürer!" konnte diese Erfahrung bestätigen. Jede Ausgabe der Schülerzeitung müsse vor dem Druck mit der Schulleitung des Neuköllner Albrecht-Dürer-Gymnasiums abgestimmt werden, erzählten die Schüler. Und dabei würden auch schon mal Änderungen in Beiträgen verlangt. Moderiert wurde die Preisverleihung von RBB-Moderator Raiko Thal und seiner Tochter Luise, die Vorstandsmitglied der Jungen Presse Berlin ist.

Insgesamt erhielten gestern 13 Schülerzeitungsredaktionen Preise im Landeswettbewerb. Gleich sechs Zeitungen haben - aufgeteilt nach Schularten - einen ersten Platz und damit wie die Zweitplatzierten je 250 Euro gewonnen. Für die dritten Plätze und die Sonderpreise gab es jeweils 150 Euro.

Die Preisträger des Berliner Landeswettbewerbs sind automatisch zur Teilnahme für den Bundeswettbewerb nominiert. Die nächste bundesweite Jurysitzung findet bereits im Februar statt.

Die Europabeauftragte des Landes Berlin, Staatssekretärin Monika Helbig, hat gestern außerdem den "Goldenen Griffel" vergeben. Damit werden Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise mit der Europäischen Union auseinandersetzen.

Für viele Teilnehmer des Wettbewerbs sind die Preise ein Ansporn, auch beruflich eine journalistische Karriere zu verfolgen - das war bei den anschließenden Diskussionen am Buffet deutlich zu spüren.