Billig-Anbieter sorgen für Preiskrieg auf dem Taxi-Markt

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Berlins Taxi- und Mietwagengeschäft wird aufgemischt. Noch in diesem Jahr wollen zwei neue Firmen einen Shuttle vom Flughafen Tegel in die Innenstadt einrichten. Geworben wird auf der Webseite von www.airportlimousine.de mit dem Slogan: "Günstiger als Taxi".

Mit den auf den Berliner Markt drängenden neuen Fuhrunternehmen entbrennt ein Preiskrieg. Für die Kunden könnte der Wettbewerb vorteilhaft sein, für die Taxiunternehmen könnte er jedoch katastrophale Folgen haben. Berlins Taxifahrer, deren Gewerbe ohnehin in der Krise steckt, müssen jetzt befürchten, noch mehr unter Druck zu geraten. "Neben der Schwarzarbeit, die uns schon immer Kummer bereitet, sind es die Dumpingpreise dieser Anbieter, die das Fuhrgeschäft in Berlin ruinieren werden", sagt der Chef des Landes-Zentralverbandes der Personenverkehrsunternehmer Berlin, Burkhard Bründel.

Die ersten 30 Bewerber für den neuen Job wurden nach Taxi-Innungsangaben bereits geschult. Gefahren werden soll mit schwarzen und silberfarbenen Edelkarossen der 5er-BMW-Reihe und der S-Klasse von Mercedes. Neben der Hennigsdorfer Firma Limousin4you LTD will die Dresdener Firma 8x8 den Berliner Markt erobern. Dass die Idee, Luxuswagen mit Fahrer zu niedrigen Preisen zur Verfügung zu stellen, hervorragend funktioniert, zeigt die Dresdner Firma in der sächsischen Metropole. Dort beherrscht sie nahezu den Markt.

Geschäftsführer Tomas Büchner bestätigt die geplante Expansion nach Berlin. Und bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung liegt ein entsprechender Antrag auf Konzessionserteilung vor. "Noch gibt es einige Nachfragen, beispielsweise nach dem Standort der Firma, aber wir bearbeiten die Angelegenheit", bestätigt Petra Rohland, Sprecherin der Senatsverwaltung.

Auch Berlins Mietwagenbranche steht Kopf. Die neuen Konkurrenten würden in Hennigsdorf ausgebildet. Dort sei, anders als in Berlin, eine Ortskundigenprüfung nicht erforderlich, moniert Thomas Moritz, Geschäftsführer der Firma Skip. Wenn sich herausstellen sollte, dass die Anforderungen für die Konzessionserteilung leichter als die der Berliner Taxifahrer seien, müsse das Landeseinwohneramt sich einschalten.

Auch Bernhard Rogge vom Mietwagenanbieter Bero Berlin sieht düstere Zeiten auf die Taxi- und Mietwagenbranche zukommen. "Dies wird den Markt völlig durcheinander bringen", sagt Rogge. Preisnachlässe könne sich kein Taxiunternehmen mehr erlauben. Es bleibe nur noch die Chance, die Kunden durch Zuverlässigkeit und Service zu überzeugen.

Rogge vermutet darüber hinaus, dass die Limousinenfirmen - wie 8x8 aus Dresden - es auch auf den Fahrdienst des Bundestages abgesehen hätten. Bisher fährt die Firma Rockvin die Abgeordneten, sie hatte die Ausschreibung gewonnen. Jeder Vorstoß der Taxiverbände, hier ebenfalls Fuß zu fassen, ist bisher gescheitert. Bei einer neuen Ausschreibung könnten die Dresdner sich beteiligen. Rockvin selbst sieht die mögliche Konkurrenz gelassen: "Wir haben nichts zu befürchten", so die Geschäftsführung.