Kriminalität

Mahnmal für Homosexuelle beschädigt

Unbekannte haben im Berliner Tiergarten das Sichtfenster des Betonkubusses beschädigt. Das Mahnmal für die in der Nazi-Zeit verfolgten Homosexuellen war vor wenigen Monaten eingeweiht worden.

Rund zweieinhalb Monate nach seiner Eröffnung ist das Mahnmal für während der Nazi-Zeit verfolgte Homosexuelle am Großen Tiergarten beschädigt worden. Nach Angaben der Polizei ist es der erste Vorfall dieser Art. Die Täter zerschlugen in der Nacht zu Sonnabend ein Sichtfenster an dem Mahnmal und warfen einen Bauzaun um.

Ein Passant bemerkte die Beschädigungen am Sonnabend gegen 9 Uhr und informierte die Polizei. Ob die Tat einen politischen Hintergrund hat, wird einem Polizeisprecher zufolge geprüft. Die genauen Umstände waren zunächst unklar. Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen auf.

Das Mahnmal war erst Ende Mai von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) der Öffentlichkeit übergeben worden. Der Bundestag hatte den Bau des Denkmals 2003 beschlossen. Der wuchtige Betonquader zeigt auf einer Filmprojektion durch ein Sichtfenster eine scheinbar endlose Kussszene zweier Männer. Das Denkmal in unmittelbarer Nähe des Holocaust-Mahnmals wurde von dem Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset entworfen.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, verurteilte die Beschädigung und nannte sie einen "Ausdruck von Menschenverachtung". Über den Schutz des Denkmals und eine "verbesserte Einbindung in die Topografie der Stadt" müsse ohnehin geredet werden.

( BM/dpa )