Stadtplanung

Senat soll Streit um Mediaspree schlichten

Nicht das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, sondern der Senat soll den Streit um die Bebauung des Spreeufers schlichten. Das fordert der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses, Uwe Lehmann-Brauns. Er will zwischen den Investoren im Mediaspree-Gebiet und den Gegnern der großen Bauvorhaben vermitteln.

Der CDU-Abgeordnete traf sich gestern erstmals zum Gespräch mit Vertretern des Initiativkreises "Mediaspree versenken". Er werde nun einen Brief an den Regierenden Bürgermeister schreiben und ihn auffordern, die Investoren zum Gespräch an einen Tisch zu holen, kündigte Lehmann-Brauns an. "Möglicherweise kommt es nicht dazu, aber man muss es versuchen."

Dagegen setzt Carsten Joost von "Mediaspree versenken" auf den Sonderausschuss, den das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg im Herbst einberufen will. Ihm gehören Bezirksverordnete und Vertreter von "Mediaspree versenken" an. Sie wollen die geplanten Bauten am Spreeufer Grundstück für Grundstück hinsichtlich der Forderungen der Mediaspree-Gegner durchgehen. Die Forderungen lauten: keine neuen Hochhäuser an der Spree und ein 50-Meter-Abstand von Neubauten zum Ufer. Eine Gruppe von Investoren hat bereits angekündigt, dass sie nicht in diesem Gremium mitarbeiten will. "Deshalb halte ich nicht viel vom Sonderausschuss", sagt Lehmann-Brauns. "Was und wie am Spreeufer gebaut wird, ist kein Bezirksthema." Es gehe die ganze Stadt an, doch nur 29 000 Berliner hätten beim Bürgerentscheid abgestimmt. Hochhäuser seien nicht grundsätzlich abzulehnen. "Entscheidend ist, was die Architekten daraus machen." Lehmann-Brauns: "Es ist Gift für die Stadt, wenn Investoren vertrieben werden." Joost hofft dagegen, dass nicht nur finanzstarke Unternehmen sondern auch Baugruppen eine Chance bekommen.