"Love Parade ist ein Exportschlager"

Seit drei Jahren ist die Love Parade keine politische Demonstration mehr. Das hat die Veranstalter finanziell arg gebeutelt. Doch Love-Parade-Geschäftsführer Fabian Lenz hofft nun auf schwarze Zahlen. Mit ihm sprach Redakteurin Tanja Laninger.

Berliner Morgenpost : Herr Lenz, ist nach der Love Parade auch vor der Love Parade? Wie gehts weiter?

Fabian Lenz : Ich mache die Abrechnung und nehme Urlaub. Nein, ernsthaft: Je mehr konsumiert wird, desto besser für unseren Caterer, je positiver die Berichterstattung, desto zufriedener die Sponsoren. Im Idealfall haben wir im Dezember die nächste Love Parade finanziert.

Wenn nichts verkauft wird und alle meckern - ist dann Schluss?

Theoretisch ja. Aber das ist eine sehr komplexe Veranstaltung. Besucherzahl und Konsum sind nicht alles. Die Atmo ist wichtig. Mit Sponsoren sind wir sehr gut besetzt. Das Problem heißt "Kosten".

Inwiefern?

Wir haben ein Gesamtbudget von 1,5 Millionen Euro, das zu je einem Drittel Caterer, Sponsoren und zuletzt Merchandising, Tonträgerverkauf und TV-Lizenzen stellen. Davon bezahlen wir unseren Laden, Rechtsberater und die Organisatoren Planetcom, die 2002 allein für die Müllabfuhr 140 000 Euro zahlen mussten. In drei Jahren haben wir ein Minus von mehreren Hunderttausend Euro gemacht - alle Rücklagen sind weg. In diesem Jahr hoffe ich auf schwarze Zahlen.

Die Planetcom leitet Ralf Regitz, ihr Rechtsberater ist die Kanzlei von Andreas Scheunemann, die CD vertreibt Low Spirit von Sandra Molzahn und William Roettger - alle sind Gesellschafter der Loveparade GmbH. Es gibt seit Jahren Gerüchte, die würden die Kosten künstlich hochhalten und sich untereinander Geld zuschieben.

Das ist nicht so. Wir haben in diesem Jahr die Messe im Boot, ihre Tochter macht das Catering. Die Bedingung war, dass die Messe als städtisches Unternehmen unsere Zahlen durchleuchtet. Die haben alles durchgerechnet und konnten uns keinen Vorschlag zur Kostensenkung machen. Es ist nämlich so: Die Love Parade profitiert von ihren Gesellschaftern, deren Firmen bieten günstigere Konditionen als die Konkurrenz.

Die Love Parade gibt es auch in Mexiko City, Tel Aviv und Kapstadt . . .

Sie ist ein Export-Schlager. Wir haben auch Nachfragen aus USA, China, Japan und den Niederländischen Antillen.

Was bieten Sie denen an?

Unser Konzept. Wir sind Lizenzgeber, eine Art Berater im Umgang mit Clubs, Behörden und Medien.

Im Ausland liebt man sie - liegt dort die Zukunft der Love Parade?

Wir schließen bald zwar zwei weitere Vereinbarungen ab, aber Berlin ist und bleibt unser Kerngeschäft.