Sterberate durch Nikotin und Alkohol steigt

Immer mehr Berliner sind süchtig nach Alkohol oder Zigaretten. Mehr als 1600 Berliner sterben jährlich an Lungenkrebs, 2000 an den Folgen des Alkoholkonsums. Bei Männern im Alter von 25 bis 54 Jahren ist Alkoholismus sogar die häufigste Todesursache. Zwei Drittel der Alkoholabhängigen erreichen das 65. Lebensjahr nicht mehr. Bei den Rauchern sind es 44 Prozent. Die Sterberate ist in Bezirken mit schlechter Sozialstruktur wie Friedrichhain und Kreuzberg am höchsten. In Zehlendorf und Treptow liegt sie dagegen um mehr als die Hälfte niedriger.

"Nikotin und Alkohol haben äußerst schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit", zog Gesundheitssenatorin Heidi Knake-Werner (PDS) gestern Bilanz ihres neuen Gesundheitsberichtes. 20 000 Berliner werden derzeit wegen Alkoholmissbrauchs behandelt. Rein rechnerisch liegen deswegen pro Tag 540 Männer und Frauen im Krankenhaus. Für Raucher werden täglich 340 Betten benötigt.

"Leberzirrhose und Lungenkrebs werden oft durch gesundheitsriskantes Verhalten verursacht", so die Senatorin. Die Anzahl der Erkrankungen und Todesfälle könnte durch frühzeitige Aufgaben des Suchtmittelmissbrauchs erheblich gesenkt werden. Knake-Werner appellierte an die Berliner, durch vernünftige Lebensweise selbst für den Erhalt der Gesundheit zu sorgen.

Vor allem Berlinerinnen qualmen zu viel. In der Hauptstadt gibt es 40 Prozent mehr Raucherinnen als im Bundesschnitt. Seit Jahren steigt bei Frauen die Zahl der Neuerkrankungen durch Rauchen: zurzeit 10 000 pro Jahr. Frauen haben ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken, sie sterben dreimal häufiger als Männer an einem Herzinfarkt. Jedoch ereilt sie der Herztod zehn Jahre später als Männer. Das geht aus dem aktuellen Frauengesundheitsbericht hervor.

rit