50 Seen, drei Flüsse: Berlin ist eine "Sehfahrt" wert

Manche mögen's heiß - auch wenn das Quecksilber steigt. Andere lechzen dann nach Abkühlung. Am Meer, auf Seen, Flüssen, Fließen - im Wasser. Also raus aus der Stadt und rein ins Nass. Oder rauf aufs Wasser. Im Boot. Auf den Brandenburger Seen, auf der Ostsee. Oder in die Binnenstadt Berlin, die in Wahrheit eine Wasserstadt ist mit 50 Seen, drei Flüssen (Havel, Spree und Dahme) und acht Kanälen. Zugegeben, malerische Grachten und einen Canale Grande gibt es nicht. Dafür aber 1000 Brücken und damit deutlich mehr als Venedig. Und Berlin sitzt im Gegensatz zu Metropolen mit imposanter Wasserfront wie Kapstadt im Hinterstübchen nicht auf dem Trockenen. In Berlin ist das Wasser überall. Die Stadt ist nicht nur am Ufer gegründet und "aus dem Kahn" gebaut, sie lebt am Wasser, entwickelt sich dort: im Regierungsviertel, rund um den Lehrter Bahnhof, am Osthafen. Sieben Prozent des Berliner Stadtgebiets sind blau, also Wasserfläche. Insgesamt 190 Kilometer schiffbare Wasserstraße (rund 50 Kilometer länger als das U-Bahn-Netz) durchziehen wie Äderchen die Stadt. Und die Hauptschlagader ist der 35 Kilometer lange "Wasserboulevard" Spree, der zwischen Spandau und Köpenick pulsiert. Von den fünf Millionen Touristen, die jedes Jahr in die Stadt kommen, erkundet jeder Vierte Berlin per Schiff und erlebt dabei alle Facetten der Stadt, kommt ihr näher als jeder Asphalt-Tourist - denn vom Wasser sieht man Schlösser, Industriereviere und Kiez-Hinterhöfe. 25 Wasserrouten locken zur "Seefahrt" durch die Stadt, fünf der schönsten Strecken stellen wir heute vor. Schiff ahoi.