Nahverkehr

Dresdner Bahn wird wieder ausgebremst

Der ohnehin sich um Jahre verzögernde Bau der Dresdner Bahn und damit der Strecke des künftigen Airport-Shuttles zum neuen Hauptstadtflughafen BBI in Schönefeld wird erneut ausgebremst.

So müssen jetzt im Zuge der Planfeststellungsverfahren für die drei Teilabschnitte der insgesamt 14 Kilometer langen Strecke zwischen Südkreuz und Blankenfelde Pläne neu ausgelegt werden. Grund: geänderte rechtliche Rahmenbedingungen bei Schall und Erschütterung. Überdies habe die Bahn entgegen der Aussage des Konzernbeauftragten der Deutschen Bahn für Berlin, Ingulf Leuschel, vom 21. April im Verkehrsausschuss noch nicht alle Unterlagen für die Planfeststellung beim Eisenbahnbundesamt eingereicht, hieß es gestern von der Bürgerinitiative Lichtenrade-Dresdner Bahn. Die Initiative kämpft für einen 2700 Meter langen Tunnel für die Dresdner Bahn im Bereich des Lichtenrader Schichauwegs bis zur Landesgrenze und hat bereits drei Musterklagen angekündigt, sollten die Planfeststellungsbeschlüsse wie geplant keinen Tunnel vorsehen.

Ursprünglich sollte die Dresdner Bahn zur Eröffnung des neuen Flughafens 2011 fertig sein. Derzeit ist noch nicht einmal klar, wann die Planfeststellungsbeschlüsse vorliegen werden. Inzwischen geht man bei der Bahn intern davon aus, dass die Strecke nicht vor 2015 in Betrieb gehen kann. Als Übergangslösung soll der Airport-Shuttle über die Anhalter Bahn geführt werden - allerdings verkehrt er voraussichtlich nur zweimal statt wie ursprünglich geplant viermal pro Stunde. Auch die Fahrzeit vom Hauptbahnhof zum neuen Flughafen BBI wird statt 20 nun 29 Minuten betragen.

Die Bürgerinitiative, die aus Lärmschutzgründen für die Tunnellösung kämpft, hat mittlerweile "erhebliche Bedenken an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens" zum Bau der Dresdner Bahn. Der Deutschen Bahn werde ständig die Möglichkeit eingeräumt, an der Anhörungsbehörde vorbei nachzubessern, heißt es in einem Brief vom 1. August an Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD), die Abgeordneten im Bauausschuss und den Fraktionschef der oppositionellen CDU, Friedbert Pflüger.

"Selbst wenn es hier um neue Vorschriften und Auflagen für Schall und Erschütterungen geht, besteht im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung die Gefahr, dass Teile unserer und der weiteren mehr als 4000 Einwendungen inzwischen überholt sind", heißt es weiter.