Ex-Senator Lummer trifft Rechtspopulist Jörg Haider

Nahezu unbeobachtet von der Öffentlichkeit trafen sich am Dienstag der ehemalige Berliner Innensenator Heinrich Lummer (CDU) und der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider zum Abendessen bei den "12 Aposteln" am Hohenzollerndamm. Auf Nachfrage der Morgenpost sagte Lummer: "Ich kenne Haider lange und habe ihn auch schon in Kärnten besucht. Deshalb wollte ich ihm bei seinem Berlin-Besuch ,Guten Tag` sagen."

Anlass für die Berlin-Visite des Kärntner Landeshauptmanns Haider war offenbar eine Einladung zum "Dienstagsgespräch" im Ratskeller Schmargendorf, das seit vielen Jahren vom Geschäftsmann Hans-Ulrich Pieper organisiert wird. Pieper hatte Mitte der 90er-Jahre in Berlin für Schlagzeilen und sogar eine ernsthafte Krise im schwarz-roten Senat gesorgt. 1994 geriet der damalige Innensenator Dieter Heckelmann (CDU) unter Druck, weil sein Behörden-Sprecher in dem von Pieper moderierten Gesprächskreis verkehrte, der bisweilen auch Rechtsradikale angezogen haben soll. 1995 trat Pieper nach nur sechsmonatiger Mitgliedschaft aus der FDP aus und kam so einem Parteiausschluss zuvor. Ein Parteiausschlussverfahren war vom Landesvorstand der Liberalen angestrengt worden, weil Pieper verschwiegen hatte, dass er bei den Münchner Kommunalwahlen für die Republikaner kandidiert hatte.

Lummer bezeichnete Piepers "Dienstagsgespräch" als "rechte konservative Vereinigung von patriotisch-national eingestellten Leuten, vor denen ich auch schon geredet habe".

Nach Angaben Lummers referierte Haider über die aktuelle Situation in Österreich nach der Wahlniederlage für die FPÖ. Lummer: "Ich fand es interessant zu hören, wie er die Lage seiner Partei einschätzt, die gerade was auf die Mütze bekommen hat. Haider hat offen gelassen, ob er im nächsten Jahr noch mal als Landeshauptmann in Kärnten kandidiert. Wenn er kandidiert und gewinnt, wird er sich wohl auch wieder an die Spitze der FPÖ stellen."