Bereits früher Ermittlungen gegen Berlinjet-Betreiber

Der Flugbetrieb ist eingestellt, doch der Gegenwind bleibt hart: Inzwischen haben sich mehr als 140 Betroffene bei Rüdiger Brill gemeldet, der eine Interessengemeinschaft der Berlinjet-Opfer gegründet hat. Die Betroffenen wollen über Brill ihr Vorgehen gegen die Ticket-Vertriebsfirma Berlinjet abstimmen. 20 haben Strafanzeige gestellt. Die Firma aus dem hessischen Neu-Isenburg hatte Donnerstag den Flugbetrieb "vorübergehend" eingestellt (wir berichteten). "Wegen Liquiditätsproblemen", sagt nun Gesellschafter Klaus Marzina. Die Buchungen seien "sehr gut" gelaufen, man verzeichne einen Umsatz von einer Million Euro, aber: "Die Kreditkartenabrechnungsfirma hat das Geld nicht an uns weitergereicht." Marzina, Pilot und Begründer der Air Pegasus, bemüht sich derzeit um einen Übergangskredit. Marzina ist den Berlinjet-Geschäftsführern Oliver Heinz und Torsten Mache bereits Mitte Januar beigesprungen. Damals hatte ein Mitarbeiter von Berlinjet wegen nicht gezahlten Gehalts einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Der wurde beim Amtsgericht Wetzlar zurückgezogen, nachdem Marzina 7500 Euro an den Mitarbeiter zahlte. Doch juristisch bleibt es turbulent: Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt seit Ende 2002 wegen Verstoßes gegen das GmbH-Gesetz und des Verdachts auf Betrug gegen Berlinjet, wie Staatsanwalt Ger Neuber sagt. Das Gesetz regelt die Bestimmungen zur Errichtung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung wie Firmensitz und Stammkapital. Die Darmstädter Staatsanwaltschaft untersucht, ob die Firma Berlinjet in Neu-Isenburg nicht nur eine Nebenstelle einer anderen Firma in Wetzlar ist. Die Berlinjet-Geschäftsführer waren gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.