Kriminalität

Ordnungsamt: Mehr Angriffe auf Mitarbeiter

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Stefan Schulz

Die Zahl der Angriffe auf Mitarbeiter der Ordnungsämter nimmt zu. 2007 gab es 88 Attacken auf Beschäftigte. 31 Ordnungsamtskräfte wurden verletzt.

Das geht aus der Antwort von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) auf eine nicht behandelte mündliche Parlamentsanfrage von CDU-Innenpolitiker Frank Henkel hervor. Im Jahr 2006 waren es noch 83 Angriffe und 25 verletzte Mitarbeiter, 2005 wurden 72 Attacken und 24 Verletzungen gezählt.

Henkel bezweifelte die Zahlen. "Sie sind politisch geschönt. Mindestens in Neukölln und Mitte gibt es mehr Vorfälle." Er meint, die Bezirke hätten offenbar zu wenig Zeit gehabt, die Zahlen vollständig zu liefern. Neuköllns stellvertretende Bürgermeisterin Stefanie Vogelsang (CDU) sagte: "In Neukölln gibt es immer wieder Übergriffe mit bis zu schwersten Verletzungen."

In der Statistik des Innensenators taucht der Bezirk allerdings für das Jahr 2007 mit sieben Angriffen und keinem verletzten Mitarbeiter auf. Dabei war noch im Juni 2007 ein 70-jähriger Mitarbeiter, ein pensionierter Polizeibeamter, krankenhausreif geschlagen worden.

Das Neuköllner Ordnungsamt teilte nun mit, dass 2006 und 2007 jeweils fünf Mitarbeiter verletzt wurden. "Wir können nur die Zahlen nennen, die uns geliefert werden", sagte eine Sprecherin Körtings. In die Statistik seien auch nachgelieferte Daten der Bezirksämter eingegangen.

Die meisten Angriffe gab es in den vergangenen drei Jahren in Tempelhof-Schöneberg (44), Friedrichshain-Kreuzberg (40) und Spandau (38). Die meisten Verletzten (22) musste allerdings der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf melden. Zu den Angriffen zählten sowohl körperliche als auch verbale Angriffe, die in Einzelfällen bis zu sexuellen Beleidigungen reichten. Bei einem Teil der körperlichen Übergriffe wurden auch "Hilfsmittel" wie mitgeführte Hunde und Fahrräder von den Tätern eingesetzt, teilte Körting mit.

Radfahrer, Hundebesitzer und Falschparker waren die häufigsten Sünder. Ein Drittel der Angriffe auf die Beschäftigten endete mit Körperverletzungen. Darauf fehlten die Mitarbeiter krankheitshalber meist zwei bis drei Wochen. In fast allen Fällen erfolgten Strafanzeigen, 23 davon wurden inzwischen eingestellt, weil beispielsweise die Täter nicht ermittelt wurden. Der Rest erhielt Geldstrafen bis 1900 Euro.