Bundestag

CDU Pankow setzt auf den Nachwuchs

In der Berliner CDU zeichnen sich ein Jahr vor der Bundestagswahl die Kandidaturen in den Bezirken ab. Dabei wird es in Tempelhof-Schöneberg wohl zu einem Dreikampf kommen, während Pankows Kreischef Peter Kurth einen politischen Youngster aus dem Hut gezaubert hat. In Mitte dagegen ist noch immer nicht entschieden, ob Frank Henkel nun für den Bundestag kandidiert oder weiter im Abgeordnetenhaus tätig ist.

Führende Unionsvertreter beknien den CDU-Generalsekretär inzwischen, im Landesparlament zu bleiben. Der Kreisverband Mitte könnte dafür den Platz fürs Europaparlament angeboten bekommen. Für diese Kandidatur wird derzeit der frühere Landesvorsitzende und derzeitige Wirtschaftsstadtrat Joachim Zeller ins Spiel gebracht. Gesetzt für den Bundestag sind bislang: der Landesvorsitzende Ingo Schmitt (Charlottenburg-Wilmersdorf), Karl-Georg Wellmann (Steglitz-Zehlendorf), Monika Grütters (Marzahn-Hellersdorf), Kai Wegner (Spandau) und Frank Steffel (Reinickendorf). Außerdem drängen auch Stadträtin Stefanie Vogelsang (Neukölln) und Rechtsanwalt Niels Korte (Treptow-Köpenick) auf einen vorderen Listenplatz.

In Tempelhof-Schöneberg hat nun erwartungsgemäß der frühere Fraktionsvorsitzende Nicolas Zimmer seine Kandidatur angekündigt. Er muss sich aber bei der bezirklichen Nominierung am 4. Juli mit dem Verkehrsexperten Rainer Ueckert und dem Ortsvorsitzenden von Lichtenrade, Jan-Marco Luczak, messen. Zimmer baut auf seine Bekanntheit, Ueckert auf die Erfahrung und Luczak mit 33 Jahren auf seine Jugend. Der Kreisvorsitzende Florian Graf will sich auf keine Seite schlagen: "Meine Rolle ist dabei, einen fairen Wettbewerb zu organisieren, um danach unseren gewählten Kandidaten geschlossen und nach allen Kräften zu unterstützen.

Gerade einmal 25 Lenze zählt der Kandidat der Pankower CDU, Gottfried Ludewig. Mit dem Sohn des früheren Bahn-Vorstands, Johannes Ludewig, ist Kreischef Kurth ein Überraschungscoup gelungen. "Er ist jung, kampagnenerfahren, medienerfahren und selbstbewusst", beschreibt Kurth die Vorzüge seiner Wahl. Ludewig ist seit März Bundesvorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und soll vor allem die jungen Wähler in Prenzlauer Berg ansprechen. Eineinhalb Jahre ist er jetzt auch Vorsitzender der Studentenvertretung Asta der Technischen Universität. Die "Bild"-Zeitung berichtete kürzlich, Ludewig fordere halbes Wahlrecht für Rentner und Hartz-IV-Empfänger. Davon sei er aber längst abgerückt, versichert Kurth.