DIN-Norm

Neue Verbandskästen für Autos sind noch nicht Pflicht

Wer in seinem Wagen einen älteren Verbandskasten mitführt, kann diesen weiterhin verwenden.

Voraussetzung sei, dass die Verbandspäckchen nicht abgelaufen sind, sagte Manfred Beeres vom Bundesverband Medizintechnologie (BVMed). „Ich rate aber, bereits jetzt alle neu festgelegten Bestandteile zügig zu ergänzen.“ Seit Januar 2014 gilt eine neue DIN-Norm 13164 für Kfz-Verbandskästen. Sie schreibt vor, dass der Verbandskasten neben den bereits verpflichtenden Bestandteilen zusätzlich ein 14-teiliges Pflasterset mit Pflasterstreifen, Fingerstrips und Fingerkuppenverbände enthalten muss. Außerdem wurden zwei einzeln verpackte Reinigungstücher und ein Verbandspäckchen in Kindergröße in die Bestandteilliste aufgenommen.

Einen Verbandskasten muss der Autofahrer laut Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) im Fahrzeug mitführen. Wird er bei einer Polizeikontrolle ohne erwischt, ist das laut Paragraf 69a III 7c StVZO eine Ordnungswidrigkeit und kann ein Bußgeld kosten. Aktualisiert man das Paket nicht kurzfristig, passiert allerdings erst mal nichts. Trotzdem sollten Autofahrer auch auf das Verfallsdatum ihres Verbandskastens achten und je nach Bedarf auswechseln. Bei einer repräsentativen Umfrage des Gfk-Marktforschungsinstituts gaben lediglich 33,5 Prozent der Befragten an, einmal im Jahr den Zustand des Erste-Hilfe-Materials zu überprüfen. Vor allem ältere Fahrer über 70 Jahren (42,7 Prozent) kontrollieren regelmäßig den Verbandskasten.

DIN-gerechtes Verbandsmaterial erhält man in der Apotheke. Ein Verbandskasten sollte so verstaut sein, dass man ihn schnell erreicht – im Handschuhfach, im Stauraum unter den Sitzen oder in gut zugänglichen Seitenfächern des Kofferraumes. Für abgelaufenes Verbandsmaterial gibt der BVMed den Tipp, es zu spenden. Anbieter von Erste-Hilfe-Kursen nutzen die alten Pflaster, Wundkompressen und Rettungsdecken dann zu Ausbildungszwecken.

( dpa/sp-x )