US-Wahl

Wem Donald Trump den Sieg bei der US-Wahl zu verdanken hat

Wut gegen die politische Klasse und Angst vor dem sozialen Abstieg: Die verbreitete Unzufriedenheit hat Donald Trump für sich genutzt.

Anhänger von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump jubeln vor dem Hilton Hotel in New York, wo Trumps Wahlparty stattfand.

Anhänger von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump jubeln vor dem Hilton Hotel in New York, wo Trumps Wahlparty stattfand.

Foto: Alessandro Vecchi / dpa

Berlin.  Zwei Gründe haben den deutlichen Wahlsieg von Donald Trump ermöglicht: Die Wut und die Angst im Land waren größer als von vielen vorausgesagt. Die Mehrheit der Amerikaner hat nur noch Verachtung für die politische Klasse in Washington übrig. Dieses Unbehagen vermischt sich mit der Sorge vor den Folgen der Globalisierung – die Abwanderung von US-Unternehmen in Billiglohn-Länder, die Schließung von Fabriken, Entlassungen.

Trump verstand es, mit dieser grassierenden Unzufriedenheit seinen Wahlkampf zu befeuern. Hillary Clinton war hingegen nicht in der Lage, die Menschen für ihre Sache zu mobilisieren. Fast alle Meinungsforscher hatten die Bedeutung des Wut- und Angstfaktors unterbelichtet. Folgende Gruppen halfen Trump besonders:

Weiße ohne Hochschulabschluss

Erste Umfragen der „New York Times“ zeigten fast 40 Prozent Vorsprung für Trump unter weißen Wählern ohne Hochschulabschluss. Vor allem in den „Rostgürtel“-Staaten mit der sterbenden Kohle- und Stahlindustrie war die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust weit verbreitet. Aber auch bei Weißen mit Uni-Abschluss lag Trump noch um einige wenige Prozentpunkte vorn.

Ethnische Minderheiten

Um Trumps Vorsprung bei Weißen aufzuholen, hätte Clinton viele Stimmen von Afroamerikanern, Latinos und asiatischstämmigen Amerikanern gebraucht. Auch wenn sie insgesamt jede dieser Gruppen gewann: Bei allen dreien schnitt die Demokratin schlechter ab als ihr Vorgänger Barack Obama 2012.

Evangelikale

Laut „Washington Post“ haben strenggläubige Christen in einem Maß für Trump gestimmt, wie seit 2004 nicht mehr für die Republikaner. Er konnte 81 Prozent dieser Gruppe für sich gewinnen. Clinton lag bei 16 Prozent.

Frauen

Auch wenn Clinton hier vorn lag: Weibliche Wähler haben sich nicht so stark von Trump abgewandt wie vorhergesagt. Das Plus von Obama von rund 12 Prozent konnte Clinton nur auf rund 14 Prozent ausbauen. Erstaunlich: Bei konservativen Frauen erzielte Trump trotz zahlreicher Entgleisungen wie einem Audio-Mitschnitt über sexuelle Prahlerei 78 Prozent Zustimmung.