US-Wahl

Präsident, Vize, First Lady – So teilen sie sich die Macht

Der Präsident hat in der US-Politik das Sagen. Doch was ist mit dem Vize? Und welche Rolle ist der Ehefrau zugedacht? Ein Überblick.

Donald Trump (re.) und seine künftiger Vize Mike Pence am Wahlabend in der Stunde ihres Sieges.

Donald Trump (re.) und seine künftiger Vize Mike Pence am Wahlabend in der Stunde ihres Sieges.

Foto: Shawn Thew / dpa

Washington.  Der amerikanische Präsident gilt als mächtigster Politiker der Welt. Zu seinen wichtigsten Helfern zählen der Vizepräsident sowie seine Ehefrau, die First Lady. Die Rollenverteilung ist klar geregelt:

• Der Präsident

Donald Trump ist künftig mit einer Fülle von Kompetenzen und Aufgaben ausgestattet: Er ist gleichzeitig Staatsoberhaupt, Regierungschef mit Richtlinienkompetenz, oberster Verwaltungschef eines gigantischen Behördenapparats und Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte mit alleiniger Verfügungsgewalt über die Atomwaffen der Supermacht.

Zum Vergleich: Anders als der US-Präsident ist die deutsche Bundeskanzlerin nur Chefin der Exekutive. Ihre Minister leiten ihre Ressorts eigenverantwortlich, während der Präsident nur mit „Sekretären“ arbeitet. Anders als künftig Trump kann die Kanzlerin kein Veto gegen Gesetze einlegen und auch nicht eigenmächtig Truppen entsenden.

• Der Vizepräsident

Er hat von der Verfassung kein großes Eigengewicht mitbekommen. Streng genommen hat Mike Pence künftig nur eine Aufgabe: den Vorsitz im Senat, der zweiten Parlamentskammer. Dort kann seine Stimme aber den Ausschlag geben.

Andere Aktivitäten sind vom Wohlwollen des Präsidenten abhängig. Die meisten Vize durften sich mit politischen Alltagsgeschäften befassen, haben aber auch reichlich repräsentative Aufgaben.

Die große Stunde des Vize schlägt, wenn der Präsident ausfällt und der Stellvertreter mit allen Rechten die neue Nummer eins wird. Zuletzt geschah das 1974, als Gerald Ford den zurückgetretenen Richard Nixon ersetzte.

• First Lady

Ehefrauen sind näher am Staatsoberhaupt als jeder andere. In ihrem unbezahlten Job sind die First Ladys traditionell die Gastgeberinnen im Weißen Haus und kümmern sich neben der Familie auch um Wohltätigkeitsveranstaltungen. Anders als früher haben First Ladys in den letzten Jahren auf politischem Gebiet manchmal kräftig mitgemischt. Wie Melania Trump dies künftig hält, muss sich erst zeigen. (dpa)