Crowdfunding

Brite sammelt über 150.000 Euro für getöteten Lkw-Fahrer

Lukasz U. wurde beim Berliner Anschlag eines der ersten Opfer von Anis Amri. Nun sammelt ein Brite Geld für seine Familie – mit Erfolg.

Mit diesem Lkw raste der Islamist Anis Amri mutmaßlich in den Weihnachtamarkt am Breitscheidplatz in Berlin. Den Lkw-Fahrer Lukasz U. tötete er im Fahrerhaus.

Mit diesem Lkw raste der Islamist Anis Amri mutmaßlich in den Weihnachtamarkt am Breitscheidplatz in Berlin. Den Lkw-Fahrer Lukasz U. tötete er im Fahrerhaus.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin.  Zwölf Menschen verloren beim Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin ihr Leben. Eines der ersten Opfer war Lukasz U., der polnische Lkw-Fahrer, der mutmaßlich samt seines Fahrzeugs in die Gewalt des IS-Attentäter Anis Amri geraten und mit einer Schusswaffe getötet worden war. Der Chef von Lukasz U., der Spediteur Ariel Zurawski, zeigte sich am Tag nach der Todesfahrt tief bestürzt über das, was seinem Fahrer, der gleichzeitig sein Cousin ist, widerfahren war. Nun soll ihm und der restlichen Familie zumindest ein bisschen Trost gespendet werden – durch Crowdfunding.

David Duncan, zumindest nennt er sich so in seinem Spendenaufruf, sammelt im Internet Geld für die Hinterbliebenen des verstorbenen Lkw-Fahrers. „Obwohl ich Lukasz nicht kannte – die Geschichte von seinem viel zu frühen Tod hat mich schockiert und angewidert“, schreibt der Mann aus dem englischen Leeds, der angibt, selbst Lkw-Fahrer zu sein. „Ich habe mich daher entschieden, in der Trucker-Gemeinschaft und darüber hinaus zumindest nach ein bisschen Hilfe zu suchen.“

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Minütlich kommen mehr Spenden an

Auf der Crowdfunding-Plattform „gofundme.com“ stellte er seinen Aufruf am Tag nach dem Anschlag online. An Heiligabend – also vier Tage später – waren bereits über 150.00 Euro zusammen gekommen. „Das Feedback auf meine Kampagne hat mich schockiert und überwältigt“, schrieb Duncan bereits am Freitag. „Ich hatte eigentlich gehofft, ein paar Hundert Pfund zusammenzubekommen.“

Auch in den sozialen Netzwerken und in den Kommentaren unter dem Spendenaufruf zeigen sich viele Leute begeistert von der Aktion. David Duncan teilte mit, dass er in engem Kontakt mit „gofundme.de“ stehe und bereits Kontakt mit der Spedition von Ariel Zurawski aufgenommen habe – „um sicher zu gehen, dass all eure Spenden die Familie von Lukasz erreichen“.

Und die Kampagne scheint noch nicht am Ende zu sein. Minütlich kommen neue Spenden rein. Weil offenbar viele die Hoffnung von David Duncan teilen: „Kein Geld der Welt wird Lukasz zurückbringen, aber hoffentlich wird es der Familie dabei helfen, das zu tun, was auch immer nötig sein wird.“