Anschlag in Köln

Nach Festnahme: Attentäter wünschte Henriette Reker den Tod

Henriette Reker liegt noch immer auf der Intensivstation. Über die Beweggründe des Messerattentäters wird immer mehr bekannt.

Politikerin Henriette Reker wurde einen Tag vor der Wahl in Köln niedergestochen. Sie liegt noch immer auf der Intensivstation.

Politikerin Henriette Reker wurde einen Tag vor der Wahl in Köln niedergestochen. Sie liegt noch immer auf der Intensivstation.

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Essen/Köln.  Der Attentäter von Henriette Reker hat seinem Opfer kurz nach der Tod offenbar völlig ruhig den Tod gewünscht. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Demnach hat sich der Gewalttäter Frank S. nach dem Mordversuch entsprechend geäußert. Er hat demnach Polizeibeamten völlig unaufgeregt gesagt, dass er die Politikerin töten wollte, um Deutschland und auch der Polizei einen Gefallen zu tun. Zudem soll der Messerattentäter laut der Zeitung „Express“ zu den Polizisten gesagt haben, die ihn im Polizeiauto abtransportierten: „Ich hoffe, dass sie noch stirbt.“

Sozialdezernentin Reker (parteilos) sei mitschuldig, wenn das Land „endgültig zum Islam überläuft“. Der Täter habe geplant, als Mörder ins Gefängnis zu gehen, so der Stadt-Anzeiger. Er selbst habe lange von Sozialleistungen gelebt und wollte sich zunächst umbringen: „Ich wollte in 20 Jahren nicht in einer muslimisch geprägten Gesellschaft leben“, zitiert die Zeitung den 44-Jährigen. Sein Überlebenswille sei jedoch zu groß geworden, als er bereits mit einem Strick um den Hals an einer Autobahnbrücke stand. „Da habe ich einen anderen Weg für mein Problem gefunden.“

Heilungsprozess verläuft gut

Indes teilt die Stadt Köln mit, dass es Henriette Reker trotz schwerer Verletzungen schon wieder besser geht und dass der Heilungsprozess positiv verläuft. Am Dienstagabend bestätigte der Wahlausschuss außerdem, dass die frühere Sozialdezernentin die Wahl mit 52,66 Prozent der Stimmen gewonnen habe. Ihre Amtszeit beginnt, wenn sie die Wahl annimmt. Kann sie sich innerhalb einer Woche dazu noch nicht erklären, gilt die Wahl, so die Stadt, als angenommen.

Allerdings hat der „Kölner Stadt-Anzeiger“ einige Ungereimtheiten in der Arbeitslosengeschichte des Täters ausgemacht: So soll er nie einen Termin bei der Arbeitsagentur wahrgenommen haben und nie vermittelt worden sein, habe aber trotzdem jahrelang Hartz IV bekommen. Laut der Lokalzeitung sei die Akte von Frank S. geheim.

Rechtsradikale Vergangenheit

Laut Medienberichten ist dagegen seine rechtsradikale Vergangenheit besser dokumentiert: So soll er in den 1990er Jahren zur Hooligan-Gruppe „Berserker“ Kontakt gepflegt und an rechtsextreme Veranstaltungen teilgenommen haben, darunter an Gedenkmärschen für Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß. Er habe als Unterstützer der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ gegolten und sein Name stehe auf einer Liste der „Nationalistischen Front“ aufgetaucht. Zudem soll er, zuletzt Ende der 90er, im Gefängnis gesessen haben, darunter für Körperverletzung und Raub.