Katholische Kirche

Papst nimmt Rücktritt von Bischof Tebartz-van Elst an

Der umstrittene Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst kehrt nicht in sein Amt in Limburg zurück. Das teilte der Vatikan am Mittwoch mit. Ein vorläufiger Nachfolger wurde bereits benannt.

Der Limburger katholische Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist zurückgetreten. Papst Franziskus nahm den Amtsverzicht am Mittwoch an. Zum Apostolischen Administrator wurde Manfred Grothe ernannt, Paderborner Weihbischof und Leiter der Untersuchungskommission zu Limburg.

Tebartz-van Elst war wegen einer falschen eidesstattlichen Aussage zu einem Erste-Klasse-Flug nach Indien, seiner Amtsführung und wegen der Kosten von mindestens 31 Millionen Euro für den Bischofssitz auf dem Limburger Domberg in die Kritik geraten. Seit Ende Oktober hielt er sich auf Weisung des Papstes außerhalb seines Bistums auf. Am 20. Oktober 2013 hatte er dem Papst seinen Amtsverzicht angeboten.

„Der scheidende Bischof, S.E. Mons. Tebartz-van Elst, wird zu gegebener Zeit mit einer anderen Aufgabe betraut werden“, heißt es in der Mitteilung des Vatikan.

Tebartz van Elst war stets über die ausufernden Kosten für den Bau seines Bischofssitzes informiert. Bischof und Domkapitel hätten geltendem Recht „in zahlreichen Fällen nicht Rechnung getragen“, heißt es im am Mittwoch veröffentlichten Abschlussbericht der Bischofskonferenz zu den Vorgängen.

Seit Anfang März liegt der vatikanischen Bischofskongregation der Prüfbericht einer vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzten Kommission zum Finanzgebaren des Bischofs vor. Der Präfekt der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, war am Sonnabend turnusgemäß mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Hierbei dürfte über den Fall Tebartz-van Elst beraten worden sein. Tebartz selbst soll am Montag in Rom mit Ouellet gesprochen haben.

Vatikan-Mitteilung zum Rücktritt

Die Mitteilung des vatikanischen Presseamts in der offiziellen deutschen Fassung:

„Im Hinblick auf die Verwaltung der Diözese Limburg in Deutschland hat die Kongregation für die Bischöfe eingehend den Bericht jener Kommission studiert, die nach dem Willen des Bischofs und des Domkapitels eingesetzt wurde, um eingehende Untersuchungen im Hinblick auf die beteiligten Verantwortlichkeiten beim Bau des Diözesanen Zentrums „St. Nikolaus“ vorzunehmen.

Angesichts der Tatsache, dass es in der Diözese Limburg zu einer Situation gekommen ist, die eine fruchtbare Ausübung des bischöflichen Amtes durch S.E. Mons. Franz-Peter Tebartz-van Elst verhindert, hat der Heilige Stuhl den mit Datum vom 20. Oktober 2013 durch den Bischof angebotenen Amtsverzicht angenommen und hat einen Apostolischen Administrator ernannt in der Person von S.E. Mons. Manfred Grothe. Der scheidende Bischof, S.E. Mons. Tebartz-van Elst, wird zu gegebener Zeit mit einer anderen Aufgabe betraut werden.

Der Heilige Vater bittet den Klerus und die Gläubigen des Bistums Limburg, die Entscheidung des Heiligen Stuhls bereitwillig anzunehmen und sich darum zu mühen, in ein Klima der Barmherzigkeit und Versöhnung zurückzufinden.“