Wulffs Ex-Sprecher

Prozess gegen Olaf Glaeseker gegen 25.000 Euro eingestellt

Der Korruptionsprozess gegen den früheren Sprecher von Ex-Bundespräsident Wulff, Olaf Glaeseker, ist beendet. Das Landgericht Hannover stimmte einem Antrag von Verteidigung und Staatsanwaltschaft zu.

Foto: Holger Hollemann / dpa

Der Korruptionsprozess gegen Olaf Glaeseker, den früheren Sprecher von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, wird gegen Zahlung von 25.000 Euro Geldauflage eingestellt. Das Geld ist an die Staatskasse zu zahlen.

Das Landgericht Hannover stimmte am Dienstag einem entsprechenden Antrag von Verteidigung und Staatsanwaltschaft zu. Richterin Renata Bürgel sagte, das Verfahren werde nach Paragraf 153a eingestellt. Die Schwere der Schuld stehe dem nicht entgegen. Glaeseker gilt damit nicht als vorbestraft.

Aus der Sicht der Vorsitzenden Richterin Bürgel war für die Einstellung wichtig, dass sich der frühere Bundespräsident Wulff als Zeuge anders als in seiner früheren polizeilichen Vernehmung doch an die Sponsorenaktivitäten von Glaeseker für die von Schmidt veranstalteten Promipartys erinnern konnte. Daraus folgerte Bürgel: „Glaesekers Tätigkeit stellte in weiten Teilen keinen Alleingang dar, sondern war von seinem Dienstherrn gewünscht.“

Der 52-Jährige stand seit Dezember 2013 vor Gericht. Er half dem mitangeklagten Eventmanager Manfred Schmidt bei der Suche nach Sponsoren für die Promipartys „Nord-Süd-Dialog“ in Hannover und Stuttgart, mit denen Schmidt 2007 bis 2009 viel Geld verdient haben soll.

Glaeseker, damals Regierungssprecher in Niedersachsen, machte aber auch mehrfach kostenlos Urlaub in Auslandsimmobilien von Schmidt, deswegen war ihm Bestechlichkeit vorgeworfen worden. Beide Männer hatten im Prozess betont, sie seien seit Jahren eng befreundet und hätten sich deswegen immer wieder gegenseitig eingeladen.

Auch das Verfahren gegen den Schmidt wurde gegen 25.000 Euro Geldauflage beendet. Zudem muss der Eventmanager noch 5000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen zahlen.

Das mehr als zweijährige Verfahren habe beide Männer schwerwiegende persönliche und wirtschaftliche Folgen gehabt, sagte die Richterin: „Nach all dem kann das öffentliche Interesse durch die Auflagen erfüllt werden.“

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