Bericht

Islamisten wollten weitere Funktionäre von Pro NRW töten

Mitte März hatte die Polizei vier Islamisten festgenommen, weil sie einen Anschlag auf den Chef der rechtsextremen Pro NRW geplant hatten. Doch offenbar wollten sie noch mehr Menschen töten.

Foto: Thomas Starke / Getty Images

Die vier Mitte März in Nordrhein-Westfalen festgenommenen Islamisten haben offenbar nicht nur ein Attentat auf den Vorsitzender der rechtsextremen Splitterpartei „Pro NRW“ geplant. Nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft waren zum Zeitpunkt der Festnahme auch bereits die Anschläge auf zwei weitere Funktionäre der Rechtsaußen-Partei in Vorbereitung, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete.

Dafür hätten die islamistischen Extremisten im Dezember die Wohnorte von Pro-NRW-Generalsekretär Markus Wiener und der Schatzmeisterin der Partei, Judith Wolter, ausgekundschaftet, die für ihre Fraktion auch im Kölner Stadtrat sitzen. Ihre Namen stehen auf einer Liste, die bei einem der Festgenommenen gefunden wurden. Auf dem Papier, auf dem mehrere Funktionsträger der „Pro“-Partei rot markiert wurden, stehen nach Informationen der Zeitung auch die Namen einiger Bewerber für die NRW-Landeslisten der NPD und der Piraten.

Gegen die mutmaßlichen Salafisten, die am 13. März festgenommen wurden, ermittelt die Bundesanwaltschaft. Sie wirft den Beschuldigten die Bildung einer terroristischen Vereinigung, die Vorbereitung einer „schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ und die Verabredung zum Mord vor. Sie hätten geplant, aus einer militanten, radikalislamischen Einstellung heraus Sprengstoff- und Schusswaffenanschläge auf Mitglieder von „Pro NRW“ zu verüben, unter anderem auf den Parteivorsitzenden Markus Beisicht.

Im vergangenen Jahr hatte die rechtsextreme Partei bei Wahlkampfveranstaltungen vor Moscheen umstrittene Mohammed-Karikaturen gezeigt. Daraufhin war es zu Ausschreitungen gewalttätiger Salafisten gekommen.

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