NSU-Morde

Beate Zschäpe in Gefängnis nach München verlegt

Die Vorbereitungen für den Prozess um die NSU-Mordserie laufen auf Hochtouren. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe wurde bereits nach München verlegt - ohne ihre Großmutter noch einmal sehen zu dürfen.

Foto: Polizei Sachsen / dpa

Gut einen Monat vor dem Prozess um die NSU-Mordserie ist die Hauptangeklagte Beate Zschäpe von Köln nach München verlegt worden. Vor dem dortigen Oberlandesgericht beginnen am 17. April die Verhandlungen gegen Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer. „Sie ist gestern am späten Nachmittag in die Justizvollzugsanstalt Stadelheim gebracht worden“, sagte ein Sprecher des bayerischen Justizministeriums am Mittwoch.

Dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) werden zehn rassistisch motivierte Morde an türkisch- und griechischstämmigen Kleinunternehmern und einer Polizistin zur Last gelegt. Der Prozess gilt als einer des wichtigsten in der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Zschäpes Mitangeklagter Ralf Wohlleben sitzt bereits seit Monaten im Gefängnis Stadelheim. Laut Justizministerium sind die Männer- und die Frauenabteilung in Stadelheim in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht, durch eine Straße getrennt und haben unterschiedliche Höfe. Die Angeklagten in dem NSU-Verfahren dürfen in der Untersuchungshaft keinen Kontakt miteinander haben.

Zschäpe darf Großmutter nicht sehen

Entgegen ursprünglicher Planung konnte Zschäpe offenbar vor der Ankunft in München ihre Großmutter in Gera nicht sehen. Die 89-jährige ist seit Zschäpes Kindheit ihre engste Bezugsperson. Die „Thüringer Allgemeine Zeitung“ berichtete unter Berufung auf Justizkreise, anders als geplant habe es keinen Zwischenhalt in Gera gegeben.

Die Vorbereitungen in dem ostthüringischen Gefängnis für eine kurzfristige Aufnahme der Angeklagten seien wieder gestoppt worden. Der Großmutter soll es gesundheitlich nicht gut gehen.

In München gehen die Vorbereitungen für den Prozess weiter. Am Freitag soll der eigens umgebaute Schwurgerichtssaal A 101 vorgestellt werden. Für das Verfahren wurden unter anderem Mikrofone im unteren Bereich des Zuschauerraums angebracht.

Dort sollen die rund 60 Nebenkläger mit ihren Anwälten sitzen, und sie müssen die Gelegenheit haben, sich zu äußern. Für die Presse und die Öffentlichkeit gibt es rund 100 Plätze auf der Empore - voraussichtlich zu wenig für den erwarteten Andrang.

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