FDP-Parteitag

Klartext-Kubicki will keine „säuselnde“ Partei

Bei den Liberalen ist Wolfgang Kubicki der Mann für’s Grobe. Mit seinen klaren Worten gibt er den Liberalen ein Profil – und wurde dafür nun mit einem Platz in der FDP-Spitze belohnt.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Der überraschend in die FDP-Spitze aufgerückte Wolfgang Kubicki will weiter Klartext reden.

Er hatte monatelang Parteichef Philipp Rösler als zu weich für den Job kritisiert. „Philipp Rösler und ich haben seit zehn Jahren ein fast freundschaftliches Verhältnis.

Ich werde aber weiter meine Meinung sagen und aufpassen, dass wir nicht mir Phrasen zugesäuselt werden“, sagte der Kieler Fraktionschef am Sonntag auf dem Parteitag in Berlin.

Kubicki schlägt Niebel und Bahr

Kubicki hatte in Kampfabstimmungen um einen Präsidiumsplatz die Bundesminister Dirk Niebel und Daniel Bahr geschlagen. Das wertete er als Beweis, wie lebendig und selbstbewusst die Parteibasis ist. „Das ist doch ein tolles Stück, dass einer aus der Provinz zwei Bundesminister besiegt.“

Auf die Frage, ob er Mitleid mit Bahr und Niebel habe, meinte Kubicki: „Sie bleiben uns ja als Minister erhalten. Ich werde sie gegen jeden Angriff verteidigen.“

Zum Dämpfer für Christian Lindner bei dessen Wahl mit 77,8 Prozent zum Parteivize sagte Kubicki: „Die Delegierten haben Lindner gesagt, Du bist unser Hoffnungsträger und unsere Führungsreserve, aber erst, wenn wir das wollen.“ Der Parteitag habe bewusst Röslers Position gestärkt. Er hatte bei seiner Wiederwahl zum Bundesvorsitzenden knapp 86 Prozent bekommen.