Nebeneinkünfte

Steinbrück reiste zu Vorträgen mit Abgeordneten-Ticket

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat nutzte bei seinen gut dotierten Vorträge eine Netzkarte, die Bundestagsabgeordneten zusteht.

Der designierte Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, nutzte für seine Nebenverdienste als Redner auch die ihm als Bundestagsabgeordneten zustehende Bahn-Netzkarte 1. Klasse.

Steinbrücks Sprecher Michael Donnermeyer bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung.

Donnermeyer erklärte weiter, Steinbrück habe seinen Auftraggebern keine Reisekosten in Rechnung gestellt, wenn er mit der Bahn zu den Vortragsorten gefahren sei.

Steinbrück hatte mit den Reden seit 2009 über eine Million Euro eingenommen. Besonders umstritten waren 25.000 Euro, die ihm die Stadtwerke der klammen Gemeinde Bochum für eine Rede gezahlt hatten.

Schwarz-Grün mit Mehrheit, Piraten sacken ab

In Umfragen verliert der SPD-Kanzlerkandidat derweil weiter an Boden. Zugleich hätte ein Bündnis von Union und Grünen rechnerisch derzeit ein stabile Mehrheit von 53 Prozent, wie aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und „Stern“ am Mittwoch hervorgeht.

Steinbrück verliert im Zuge der Debatte um seine Nebeneinkünfte im Vergleich zur Vorwoche drei Prozentpunkte. Nur noch 26 Prozent der Deutschen würden sich in einer Direktwahl für ihn entscheiden. 53 Prozent würden dagegen Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) wählen.

Die SPD bleibt stabil bei 26 Prozent, die Union kann zwei Punkte auf den Jahresbestwert von 39 Prozent zulegen. Die Grünen fallen in der Umfrage, die vor der Kür von Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin zum Spitzenteam für die Wahl durchgeführt wurde, um einen Punkt auf 14 Prozent zurück.

Die FDP bleibt mit plus einem Punkt auf 4 Prozent nach wie vor unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die Linke würden 8 Prozent wählen, die Piratenpartei gibt einen Punkt ab und steht jetzt bei 4 Prozent.

( rtr/dapd/bee )

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