Ermittlungsverfahren

Bettina Wulff soll gegen ihren Mann ausgesagt haben

Noch immer ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff. Bisher hatte seine Frau die Aussage dazu verweigert.

Foto: Reto Klar

Aus dem Ermittlungsverfahren gegen den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff wegen des Verdachts auf Vorteilsnahme sind neue Details bekannt geworden. Laut dem „Focus“ hat Bettina Wulff überraschend gegen ihren Mann ausgesagt. Die 38-Jährige habe sich am 1. Oktober bei der Staatsanwaltschaft Hannover als Zeugin zum Vorwurf der Vorteilsannahme gegen ihren Mann geäußert. Zuvor habe sie nicht aussagen wollen. Wulffs Anwalt Gernot Lehr wollte sich auf Anfrage jedoch nicht dazu äußern.

Nach Medienberichten will die Staatsanwaltschaft noch in diesem Monat, möglicherweise sogar schon bis Ende der Woche, eine Erklärung zu dem Verfahren abgeben. Sie wolle sich demnach auch dazu äußern, ob sie Wulffs Verhältnis zu dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Versicherungskonzerns Talanx, Wolf-Dieter Baumgartl, in ihre Ermittlungen einbeziehe. In einer italienischen Villa dessen Familie soll Wulff seine Hochzeitsreise verbracht haben. Auch wolle sich die Staatsanwaltschaft über den Stand ihrer Ermittlungen gegen Wulffs früheren Pressesprecher Olaf Glaeseker und den Eventmanager Manfred Schmidt äußern.

Die Staatsanwaltschaft will dem Magazinbericht zufolge außerdem Stellung nehmen zur Kritik an der Dauer der Ermittlungen. Gegen Wulff wird seit Februar ermittelt. Nachdem die Staatsanwaltschaft einen Antrag auf Aufhebung der Immunität des Bundespräsidenten gestellt hatte, war Wulff Anfang des Jahres nach wochenlangen Vorwürfen zurückgetreten. Weil in dem Verfahren gegen Wulff seit Monaten immer wieder neue interne Details bekannt werden, leitete die Staatsanwaltschaft schon vor längerer Zeit auch ein eigenes Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt ein.

Zuletzt hatte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet, dass Wulff nach seiner Scheidung 2007 knapp bei Kasse gewesen sei. Demnach soll der Unternehmer Egon Geerkens ausgesagte haben, dass er Wulff in jenem Jahr 30.000 und 60.000 Euro geliehen habe. Dafür habe er eine Rolex-Uhr und wertvolle Bücher als Sicherheit erhalten.