Interview

Kanzlerin Merkel verrät ihre größte Jugendsünde

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Fragen von Prominenten beantwortet und viel über ihr Privatleben verraten.

Foto: AFP

Eine Frau, die gern mal wieder in Ruhe shoppen würde, Angst vor Gewittern hat und den Hollywood-Schmachtfetzen „Jenseits von Afrika“ liebt – das ist die Kanzlerin. Im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ verriet Angela Merkel am Freitag auf die Fragen von 37 Prominenten einiges von dem, was man sonst nicht so von ihr weiß. Beispielsweise, dass sie gern mal mit dem spanischen Fußball-Nationaltrainer Vicente del Bosque zu Abend essen würde. „Wandern, kochen, lachen“ seien ihre Ventile zum Druckablassen.

An der Sozialdemokratin und nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft schätzt die Kanzlerin, „dass sie sich auch für Fußball interessiert“. Die CDU-Vorsitzende hat auch kein Problem damit, ihre eigene Unsportlichkeit offen zu legen. „Ich war erkennbar so wenig begabt, dass man mich für keine Sportart geeignet hielt“, antwortet sie auf eine Frage nach ihrer „sportlichen Sichtung“ in der damaligen DDR.

Apropos Jugend: Für ihre größte Jugendsünde hält Merkel in der Erinnerung: „Mit einem neuen Trainingsanzug aus einem Westpaket in eine harzige Baumhöhle zu kriechen“. Als größtes persönliches Opfer für die Nation nennt die CDU-Vorsitzende: „Ich muss darauf verzichten, unerkannt einkaufen zu gehen.“

Der Satz über Glaube, Liebe Hoffnung aus dem Korinther-Brief des Apostel Paulus war ihr Konfirmationsspruch und leite sie bis heute. Und für den Fall, dass ein Piraten-Politiker ihr Nachfolger werden sollte, hat sie auch einen Bibelspruch parat: „Wer zu Grunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.“

Angst hat die Bundeskanzlerin davor, „bei einem Gewitter ungeschützt zu sein“. Rasante Autofahrten scheinen sie dagegen nicht zu schrecken: Auf Strecken ohne Tempolimit darf der Fahrer den Dienstwagen „so schnell, wie er es für angemessen hält“, fahren. Dass ständig ihre Garderobe und Frisur auf den Prüfstand kommen, nimmt die Kanzlerin gelassen: „Es ist Teil meines Lebens geworden“.

Für das „SZ-Magazin“ durften insgesamt 37 Prominente an die Kanzlerin eine Frage stellen, die sie immer schon einmal von ihr gerne beantwortet haben wollten. Die Fragen kamen unter anderem von den Schauspielerinnen Iris Berben und Katja Riemann, Nationalmannschafts-Kapitän Philipp Lahm und Tennis-Legende Boris Becker.