Gentests

Innenminister legt Regeln für PID-Methode fest

Von 2013 an soll es in Deutschland Spezialzentren geben, die die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) bei Embryonen durchführen.

Foto: DPA

Von 2013 an soll es in Deutschland Spezialzentren geben, die unter strengen Voraussetzungen die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) vornehmen. Wie die „tageszeitung“ berichtete, verschickte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) am Mittwoch Vorgaben für die PID-Zentren an die obersten Landesgesundheitsbehörden.

Bei der PID untersuchen Ärzte im Reagenzglas erzeugte Embryonen vor ihrer Einpflanzung in den Mutterleib auf Gendefekte.

Die 30-seitige Verordnung regelt dem Bericht zufolge die Anforderungen für die Zulassung der PID-Zentren. Demnach muss es dort für Paare, die eine Präimplantationsdiagnostik wünschen, eine Beratung über medizinische, psychische und soziale Folgen geben.

Zudem solle eine „PID-spezifische Ethikkommission“ den Antrag des Paares bewerten, hieß es weiter. Diese Kommission müsse beim jeweiligen Zentrum angesiedelt sein, solle unabhängig arbeiten und aus acht Personen bestehen: vier Medizinern, einem Ethiker, einem Juristen sowie zwei Patientenvertretern.

Die Verordnung sieht laut Zeitung keine „keine zahlenmäßige Beschränkung“ der PID-Zentren in Deutschland vor. Allerdings müssten sie neben den medizintechnischen Voraussetzungen für die Gendiagnostik „insbesondere über Erfahrungen mit In-vitro-Fertilisation, Spermieninjektion, mit Embryonentransfer und mit Techniken zur Gewinnung von Zellen und deren Aufbereitung“ verfügen.

Die obersten Landesgesundheitsbehörden sollen nun bis zum 17. August Stellung nehmen. Stimmt der Bundesrat im Herbst zu, trete die Verordnung Anfang 2013 in Kraft, hieß es weiter.

Im Juli 2011 hatte der Bundestag die Gentests an Embryonen in Ausnahmefällen gestattet. Zulässig ist die PID, wenn die Nachkommen eines Paares „eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine schwerwiegende Erbkrankheit“ haben oder eine genetische Schädigung beziehungsweise eine Abweichung in den Chromosomen dazu führen würde, dass die Schwangerschaft mit einer Fehl- oder Totgeburt endet.

Das gilt auch für Krankheiten, die erst im höheren Lebensalter auftreten, oder für genetische Dispositionen, die die Möglichkeit einer Erkrankung beinhalten, wie etwa das Brustkrebs-Gen.