Bundeswehr

Sortiermaschine offenbar für Feldpost-Affäre verantwortlich

Die Staatsanwaltschaft beendet ihre Ermittlungen zur sogenannten Feldpost-Affäre der Bundeswehr und hat offenbar einen Schuldigen gefunden.

Die Ermittlungen in der sogenannten Feldpostaffäre der Bundeswehr werden nach einem Zeitungsbericht eingestellt. Man sehe „sämtliche Möglichkeiten zur Aufklärung des Sachverhaltes“ als ausgeschöpft an, heißt es laut „Welt“ in einem 22-seitigen Schreiben der Staatsanwaltschaft Darmstadt. Ein Sprecher wollte dies zunächst nicht bestätigen. Die Behörde wolle das Ergebnis ihrer Ermittlungen am Vormittag bekanntgeben, hieß es.

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus (FDP), hatte nach einer Afghanistanreise Ende 2010 von rund 30 Fällen berichtet, in denen sich Soldaten über manipulierte Feldpost beschwert hatten: Entweder waren Umschläge beschädigt oder mitgeschickte Speichermedien wie USB-Sticks fehlten. Seinerzeit kam der Verdacht auf, Post von Soldaten im Auslandseinsatz sei systematisch geöffnet und kontrolliert worden.

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt, in deren Zuständigkeitsgebiet die Feldpost-Leitstelle der Bundeswehr liegt, leitete umfangreiche Recherchen ein. Eine eigene Ermittlungsgruppe „EG Feldpost“ führte dem Zeitungsbericht zufolge mehr als 300 Gespräche mit Postabsendern und -empfängern. Umschläge wurden kriminaltechnisch untersucht, Transportkisten begutachtet, Umschlagplätze besichtigt.

Die Ermittlungen führten zu dem Ergebnis, dass die Beschädigungen und Verluste vermutlich auf eine Sortiermaschine der Deutschen Post AG beim Postzentrum 64 in Darmstadt zurückzuführen sind. Die Staatsanwaltschaft sehe hier eine der wahrscheinlichsten Ursachen für die Vorgänge. Da die Umschläge in der Sortiermaschine durch mehrere Walzen und Förderbänder geleitet werden, könne es sein, dass dickere Gegenstände wie USB-Sticks herausgepresst wurden und in die Maschine fielen.